2. Der Lok-Editor

2.1.    Aufruf dieser Funktion:
Es stehen mehrere Einstiege zur Verfügung: oder über das Kontext-Menü, welches auf einen Rechtsklick oder Druck auf die <AltGr>-Taste hin erscheint. Hier finden sich die äquivalenten Einträge Für ganz Flinke gibt es die Möglichkeit, über die Tastenkombination <Strg>+<L> einzusteigen, ohne ein Menü benutzen zu müssen. Hier bekommt man direkten Zugriff auf die Lokdateien des zuletzt benutzten Fahrzeug-Verzeichnisses.

 

2.2.    Beendigung der Funktion:
Der Hauptdialog des Lokeditors wird über seine ‘Ende’-Schaltfläche verlassen. Vorher sollte man sein Arbeitsergebnis speichern, wenn man die Daten nicht verlieren will. Hierbei gilt: ‘Speichern’ bzw. ‘Speichern unter’ auf dem Hauptdialog sichert die technischen Daten, die Daten der Fensterelemente müssen während der Fensterbearbeitung gespeichert werden.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.3    die Konvertierung von Lokdaten
Je nach verwendeter RailSim-Version liegen die Lokdaten in verschiedenen Dateiformaten vor: LOK??.V28 für RailSim 2.80 bis 2.86 und LOK??.V29 für RailSim ab 2.90 sowie RailSim ‘USA’ 1.25.
Aus diesem Grund hat RS-EDWIN eine Konvertierungsfunktion. Man kann die Lokdateien beliebig zwischen den beiden Formaten hin- und herkonvertieren, das macht nichts aus.
Nur eine Besonderheit will ich erwähnen:
Wer die RailSim-Version 2.90 schon hat, wird es bemerkt haben, dass das Fahrprogramm nach der Fahrzeugauswahl eine Meldung anzeigt, die auf die Authentifizierung der Lokdaten hinweist. Die Lokdateien, die von Jens Schubert erstellt oder überprüft worden sind, haben hierfür eine besondere Kennung, die natürlich verschlüsselt ist. Dieses Merkmal gibt es nur im Lokformat LOK??.V29. Werden die Loks nach *.V28 konvertiert, so geht dieses Merkmal verloren. Es lässt sich durch erneutes Konvertieren nach *.V29 auch nicht wieder herstellen !
Für den Programmlauf ist das nicht von Bedeutung, die Fahrt ist auch mit nicht authentifizierten Loks ohne Einschränkungen möglich.
Mit der RS-EDWIN-Version 2.12.q gibt es erstmalig auch eine Stapel-Konvertierung, mit der alle Loks eines Verzeichnisses auf einen Schlag von 2.80 nach 2.90 konvertiert werden können.
Dieser Vorgang wird in demjenigen Verzeichnis ausgeführt, welches zuletzt mit "Lokeditor | Fanrzeugverzeichnis wählen" voreingestellt wurde. Dort wird automatisch ein Unterverzeichnis "LOK_KONV" angelegt, welches dann die neuen Dateien enthält.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.4    die technischen Fahrzeugdaten


2.4.1    Vmax
Die mögliche Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs ist ganzzahlig in km/h einzugeben.

2.4.2    Antriebsachsen
Die Zahl der angetriebenen Achsen des Triebfahrzeugs ist anzugeben. Bei einem Triebzug können das ziemlich viele sein...

2.4.3    Brems-% der dynamischen Bremse
Vor allem elektrische Lokomotiven und Triebwagen aus jüngerer Zeit, aber auch manche Dieselfahrzeuge verfügen nicht nur über eine Druckluftbremse als Betriebsbremse, sondern auch über andere Systeme. Bei den modernen Drehstromfahrzeugen wird sogar Energie ins Netz zurückgespeist, wenn elektrisch gebremst wird. Alte Elloks verfügen vielfach über eine elektrische Widerstandsbremse, deren Wirkungsgrad nicht sehr hoch ist. Wenn ein Fahrzeug nur mit Druckluftbremse ausgerüstet ist, muss hier "0" (null) eingetragen werden. Der Wert entspricht dem erreichbaren Höchstwert der elektrischen oder hydraulischen Bremsung, bezogen auf die Antriebsleistung. Die Eintragung erfolgt in ganzzahligen Prozentwerten. Der Eintrag kann auch größer als 100 sein.

2.4.4    Leistung
Die Antriebsleistung muss als Ganzzahlwert in Kilowatt angegeben werden.

2.4.5    Masse
Die Gesamtmasse (Dienstmasse) des Triebfahrzeugs in Kilogramm (!) (ganzzahlig). Achtung: Es ist wirklich nur das Triebfahrzeug gemeint ! Wird eine Lok mit einem Steuerwagen gekuppelt, so wird die Masse des Steuerwagens bei der Zuglängenbestimmung im Fahrprogramm berücksichtigt. Anders ist es bei Triebwagen und Triebzügen, hier sind die Steuer- und Mittelwagen mitzurechnen ! Auch das Gewicht der Fahrgäste sollte man nicht vergessen !

2.4.6    Reibungsmasse
Der Anteil der nach Tz. 2.4.5 ermittelten Dienstmasse, der auf die angetriebenen Achsen entfällt. Also die Summe der Achslasten der Treibachsen, ebenfalls als Ganzzahlwert in Kilogramm.

2.4.7    Tacho
Der Höchstwert der Tachometerskala. Der Wert muss mindestens 90 betragen und als durch zehn teilbare Ganzzahl angegeben werden. Natürlich muss er mindestens so hoch sein wie die Vmax des Fahrzeugs.

2.4.8    Länge
Die Länge des Triebfahrzeugs über Puffer oder Kupplung gemessen. Angabe in Metern mit zwei Nachkommastellen für die Zentimeter.
Achtung: Es ist wirklich nur das Triebfahrzeug gemeint ! Wird eine Lok mit einem Steuerwagen gekuppelt, so wird die Länge des Steuerwagens bei der Zuglängenbestimmung im Fahrprogramm berücksichtigt.
Anders ist es bei Triebwagen und Triebzügen, hier sind die Steuer- und Mittelwagen mitzurechnen !

2.4.9    Fahrwiderstand und Wirkungsgeschwindigkeit
Jetzt wird es mathematisch.... und hier muss ich gestehen, dass die Informationen, die ich von Jens Schubert zur Technik erhalten habe, nicht ganz ausreichen, um diese Werte wirklich zu erklären.
Es sind drei relative Widerstandsbeiwerte anzugeben, die das Fahr- und Beschleunigungsverhalten beeinflussen.
Der erste Wert ist ganzzahlig, der zweite kann zwei und der dritte vier Nachkommastellen haben (w1, w2, w3). Die Wirkungsgeschwindigkeit ist ein ganzzahliger Parameter (cv) in km/h, der mit der Fahrgeschwindigkeit in die Berechnung des Widerstandes eingeht. Die Gesamtberechnung lautet:

        Widerstand = w1 + (v+cv) * w2 + (v+cv)2 * w3
Diese Werte sind mit Vorsicht zu genießen... Wenn man mit seinen Vorgaben außerhalb des "optimalen" Bereichs liegt, kann ein sehr unorganisches Fahrverhalten die Folge sein. Ein ungünstiger Widerstandsbeiwert kann z.B. dazu führen, dass ein Fahrzeug auch in merkbarem Gefälle deutlich an Geschwindigkeit verliert, obwohl man gar nicht bremst... obwohl ja Eisenbahnfahrzeuge sich schon bei nur 1,7 ‰ Gefälle selbsttägig in Bewegung setzen können. Es muss ausprobiert werden, wann der richtige Wert erreicht ist. Zu allem Überfluss sind die Widerstandsbeiwerte auch noch mit Fahrzeugmasse und -leistung verkuppelt... werden jene geändert, müssen auch die Widerstandsbeiwerte entsprechend angepasst werden !

2.4.10    Anfahrzugkraft (kN)
Es ist die Summe der Zugkräfte aller angetriebenen Achsen anzugeben. Zur Berechnung des Schlupfverhaltens setzt das Fahrprogramm die Eintragung mit den Werten für Zahl der Antriebsachsen, Dienst- und Reibungsmasse in Beziehung.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.5    die Fensterelemente
2.5.1    Das Format und die Position des Führerstandfensters
Die Gestaltung der Führerstandfenster ist ja im Zuge der Entwicklung von RailSim stufenweise verfeinert worden... in Version 2.3 sahen noch alle Führerstände ziemlich (?) gleich aus. Seit die Lokdateien nun verselbständigt wurden, kann man sich so richtig austoben. Aber: Bitte mit Sinn und Verstand ! Ich habe schon Fenster gesehen... naja --- da schweigt des Sängers Höflichkeit.
Darum ein paar Tips aus der Praxis. Nun bin ich kein begnadeter Zeichner, aber ich hoffe mit folgender Grafik deutlich zu machen, welcher Ausschnitt des Führerstandes von unserem kleinen RailSim-Lokführer-Simulanten überhaupt wahrgenommen -- resp. durch den verfügbaren Bildschirm dargestellt werden kann:

Dies soll zeigen, dass der Lokführer bei der normalen Sitzposition auf der rechten Fahrzeugseite nicht die gesamte Breite der Fensterfront überblicken kann, sondern nur ca. 55 bis 65%. Dies ist ja auch noch abhängig von seiner Entfernung zur Windschutzscheibe, je näher er dran sitzt, umso weniger von der Fensterform kann er wahrnehmen. Es ist also durchaus nicht zu beanstanden, wenn im RailSim-Fenster nicht alles zu sehen ist, was tatsächlich ringsum die Scheibe so vorkommt.
Noch ein Beispiel in der geraden Sicht :

Man sieht also, dass die Abrundung der vier Fensterecken durchaus nicht vollständig im RailSim-Lokfenster nachgebildet werden muss.

Ein kleines Problem haben wir aber noch. Und das ist der Scheibenwischer. Denn der ist bei RailSim immer so ziemlich mittig vor der Nase des Lokführers. Und wenn die Sitzposition nun etwas unorganisch ist, also die seitlichen Abstände der Blickachse zu den Fensterrändern nicht gleich sind und das Fenster womöglich auch noch schmal ist (dreigeteilte Fensterfront), dann kommt es vor, dass der Scheibenwischer nicht die Scheibe wischt, sondern den Holm zwischen den Scheiben... Also muss man Kompromisse eingehen. Das sieht man zum Beispiel deutlich bei der von mir erstellten E18/E19, die Lokführerposition ist im Original nicht ganz so weit außerhalb der Mitte. Aber es war halt das Äußerste, was noch zu einem halbwegs tolerierbaren Scheibenwischerverhalten führte. Wegen dieser Schwierigkeiten habe ich die Möglichkeit hinzugefügt, sich während der Fensterbearbeitung den vom Scheibenwischer bestrichenen Bereich anzeigen zu lassen.

Man kann dem sichtbaren Bereich des Fensters die Position zuweisen, die er im Fahrprogramm auf dem Bildschirm einnehmen soll. Der Bildschirm ist 640 Punkte breit, das sichtbare Fenster von RailSim 511 Punkte. Bleibt also ein Spielraum von 129 Punkten. Hieran kann man drehen, wenn man im Lokeditor den Schieberegler für "Horizontale Fensterverschiebung" benutzt.
Die Werte, die man benutzen sollte, hängen natürlich auch wieder mit der virtuellen Lokführerposition zusammen. Um den realistischen Eindruck beim Fahren zu verstärken, sollte man die virtuelle Blickachse des Lokführer-Simulanten möglichst mit der eigenen tatsächlichen Blickachse synchronisieren ! Da man im Allgemeinen mittig vor seinem Bildschirm sitzen wird bedeutet das, dass man den Fluchtpunkt möglichst nah an die Bildschirmmitte "heranrücken" sollte.
Also ist es zunächst mal logisch, dass die Verschiebung auf "65" einzustellen ist, wenn der Lokführer in einem modernen Triebwagen in der Führerstandmitte sitzt.
Bei einer deutschen Dampflokomotive, bei der man sich womöglich aus dem (rechten) Fenster lehnt, muss das Bild natürlich ganz links (also auf "0") sitzen. Bei einer ausländischen Lok aus einem Land mit Linksverkehr wird der Lokführer wohl links sitzen, also muss man das Fenster nach rechts schieben...
Man erreicht "ansehnliche" Ergebnisse, wenn man die Horizontalverschiebung nach folgender Formel ermittelt:


wobei "d" die seitliche Verschiebung der Sitzposition des Lokführers (in cm) bezeichnet.

2.5.2    Das Erscheinungsbild der RailSim-Landschaft und der Fluchtpunkt
Natürlich ist auch die perspektivische Sicht auf das Streckenband, die Böschungen, die Bahnsteige usw. davon abhängig, wo der Lokführer sich (relativ zur Achse seines Fahrgleises) befindet. Aber ein Punkt ist (relativ.. ) fest: der perspektivische Fluchtpunkt. Er ist der Endpunkt der Blickachse, die parallel zu den Gleisen verläuft (solange wir uns nicht in einer Kurve befinden. Und logischerweise ist die Blickachse also (im geraden Gleis) auch parallel zu allen anderen Linien, die parallel zu den Gleisen verlaufen, also den Bahnsteigkanten, den Fahrdrähten, den Kanten der Seitenflächen der Gegenzüge... usw. Und welche typische Eigenschaft paralleler Linien kennen wir, seit wir das Wort parallel buchstabieren können ? Richtig: Sie schneiden sich in der Unendlichkeit. Und die wird in der Fensterbearbeitung des Lokeditors durch den Fluchtpunkt repräsentiert. Das muss man also beachten, wenn man Fahrzeuge mit geraden Vorbauten entwirft. Eine Hilfe ist schon, dass sich das Landschaftsabbild im Fenstereditor je nach seitlicher Sitzposition in elf Stufen verändert, was beim Design moderner Elektroloks und Steuerwagen sicher eine ausreichende Orientierung erlaubt. Bei den Rangierloks und vor allem Dampflokomotiven kommt man aber zwecks genaueren Arbeitens nicht ohne die Fluchtpunktansicht aus. Darum kann man sie über das Setup-Menü ein- und ausschalten.

2.5.3    Das Zeichnen der einzelnen Fensterelemente


Wichtig sind insbesondere zwei Dinge:

  1. Die Reihenfolge der Erzeugung der Elemente ist festgelegt. Element 1 wird bei der Anzeige des Fensters durch das Fahrprogramm immer zuerst erzeugt, dann 2, dann 3, dann 4... ;-) logisch. Und der Lokeditor macht das genauso. Die Überdeckung der Elemente muss man also richtig herum einkalkulieren.
  2. Die Ecken von Polygonen müssen in der Reihenfolge eingegeben werden, wie das Polygon aufgespannt werden soll. Bei Dreiecken ist das nach meiner Beobachtung kein Problem, obwohl Jens Schubert mir sagte, die Punkte seien im Uhrzeigersinn festzulegen. Anders herum scheint es auch keine Probleme zu geben.
    Aber: Bei Vierecken muss man die Reihenfolge beachten, denn auch wenn die Lage der Eckpunkte im folgenden Beispiel bei beiden Figuren identisch sind, so stimmt doch ihre Reihenfolge nicht überein:

Auch wenn das wohl sofort einleuchtet, gibt es doch eine Fehlerquelle, die während der Fensterbearbeitung dazu führen kann, dass der ganze Eingabedialog mit Farbe volläuft und sich das Programm schlimmstenfalls aufhängt. Wenn man ein Polygon mit einer eingezogenen Ecke benötigt, wie das z.B. erforderlich werden kann, wenn man die Ausrundung der Fensterecken darstellen will, dann muss man bei der Eingabe der Koordinaten der Eckpunkte mit der eingezogenen Ecke beginnen.

Also muss man so herangehen:

Sollte man das missachtet haben und beim Druck auf den 'Vorschau'-Knopf tatsächlich nur noch schwarz sehen... dann müsste es möglich sein, mittels 'ESC'-Taste wenigstens den 'Ende'-Knopf des Fensterbearbeitungsdialogs wieder frei zu bekommen, so dass der Arbeitsschritt beendet und das verunglückte Element erneut zur Bearbeitung aufgerufen werden kann.