7. Anhang E:    Hinweise zum Gleisbau

Ein ganz zentraler Punkt beim Erstellen von Strecken ist das Verlegen von Gleisen auf die eine oder andere Weise, die von den RailSim-"Normalien" abweicht. Besonders innerhalb der Bahnhöfe, aber auch auf freier Strecke muss man sich - so sehr das auch die Arbeit erschwert - den Eigenheiten des Fahrprogramms beugen, damit man nicht "auf der Strecke" bleibt, also: entgleist. Auch die Fahrt quer über Bahnsteigflächen macht nicht so einen tollen Eindruck.

An verschiedenen Stellen in diesem Handbuch, aber auch in der RS-EDWIN-Hilfe und der "FAQ" habe ich schon auf diese Probleme hingewiesen...

Da es aber immer wieder Fragen zu diesem Thema gibt, will ich versuchen, die wichtigsten Fakten hier noch mal zusammenzutragen.

E1. Welche Gleise kann ich erzeugen oder verändern ?

Zunächst mal: Es gibt in RailSim wirklich nur vier Gleise. Es sind dies die beiden durchgehenden Hauptgleise und - je nach Bauausführung des jeweiligen Streckenstücks - das linke und das rechte Zweiggleis.

Noch mal zur Bezeichnung:

Dies ist die "Normalanordnung". Es ist grundsätzlich zu empfehlen, hiervon nicht abzuweichen. Es hat keinen Sinn, Gleis 2 nach rechts und Gleis 1 nach links zu legen. Die Aufstellung von Signalen und Fahrleitungsmasten könnte dann nicht richtig klappen. Auch die Vertauschung der Zweiggleise (also Gleis 3 nach rechts und Gleis 4 nach links legen) sollte man unterlassen. Es bringt nichts.
Ausnahme: Wenn die Zweiggleise zwischen den Hauptgleisen liegen, also beim Weichenbau. Die Verzweigungen der Gleise werden von RailSim nicht wie Weichen im eigentlichen Sinne behandelt, aber wir bleiben mal bei dieser Bezeichnung.

E2. Welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung ?

  1. Das Menü "Bearbeiten | Hauptgleise einrichten"
    Hiermit kann man rasch das linke oder rechte Hauptgleis entfernen oder wieder hinzufügen.
    Auf Vorhandensein und Lage der Zweiggleise hat dies keinen Einfluss.
  2. Die Funktion "Gleislage" (Taste "G" oder Detailmenü)
    Hiermit kann man die seitliche Lage vorhandener Gleise verändern und auch (Zweig-)Gleise an bestimmten Punkten der Strecke entfernen oder hinzufügen.
  3. Der Debug-Screen (siehe auch oben unter Tz. 1.6)
    Dies ist das richtige Werkzeug um spezielle Gleislagen Schritt für Schritt zu bauen.
  4. Die Funktion "Gleislagedaten exportieren / ansehen"
    Sie dient dazu, sich die logische Richtigkeit der Gleislagen zu veranschaulichen oder auch um Fehlern auf den Grund zu gehen.

E3. Wie mach ich es richtig... bzw: welche Fehler muss ich vermeiden ?

Tja... wenn ich es recht überlege... ich glaub, die kann man gar nicht alle abschließend aufzählen, es gibt einfach zu viele Möglichkeiten. Ich versuch einfach mal, die allerwichtigsten zusammenzutragen.

  1. Beispiel: Ein Gleis kommt von der Seite auf die Strecke zu und wird in die Hauptgleise eingefädelt.
    Hierbei verwendet man für ein von rechts kommendes Zweiggleis das Gleis 4, falls es von links an die Strecke heranführt, Gleis 3. Wichtig ist jetzt, dass das Zweiggleis, wenn es das erste Hauptgleis schneidet, nicht etwa 50m auf dem Hauptgleis liegt, sondern es nur in einem Punkt berührt !
     

     
    Denn die falsche Lage könnte dazu führen, dass der Zug zufällig dieses Zweiggleis für 50 Meter zur Fahrt benutzt. Und wenn dann die Höchstgeschwindigkeit auf dem Zweiggleis geringer ist als die gefahrene Streckengeschwindigkeit: Zack ! Entgleisung !
     
  2. Beispiel: Man möchte gern (umgekehrt wie in Beispiel 1) einen Abzweig nach rechts bauen, aber der Zug soll dort nicht hineinfahren können.
    Das heißt, man darf den Abzweig nicht von Gleis 1 aus durch Verwendung von Gleis 4 erstellen ! Denn das ermöglichte es dem Zug, sich nach rechts in die Botanik davonzumachen.
    Also: Man muss eine Verzweigung wählen, die nicht befahren wird. Das kann hier nur heißen: Von Gleis 2 nach Gleis 1 verzweigen ! Was wiederum voraussetzt, dass man für die freie Strecke zunächst mal auf geschickte Weise einen Übergang von den Gleisen 1 und 2 auf 2 und 3 schaffen muss.
    Das könnte z.B. so aussehen:

    Man erkennt, dass der auf dem rechten Gleis fahrende Zug von Gleis 1 über Gleis 4 nach Gleis 2 geleitet wird, von wo er bei Beginn des Abzweiges eben nicht wieder nach Gleis 1 gelangen kann. Er muss also geradeaus weiterfahren.
    Zu beachten ist auch, dass bei dieser abenteuerlichen Abzweiglage der Gleisabstand um 1 Meter erhöht werden muss, das linke Streckengleis liegt eine Zeitlang auf Position "-3".
     
  3. Beispiel: Die andere Variante zu Beispiel 2 wäre, dass der Zug in den Abzweig fahren soll. Das lässt sich wesentlich einfacher realisieren. Denn dafür braucht man nur zunächst die Fahrgleise 1 und 3 und lässt dann einfach das nicht befahrene Gleis 2 dazukommen, fährt aber auf Gleis 1 weiter.

Dass man nach dem Ende der Abzweigstelle den Gleissalat auf ähnliche Art wieder aufräumen muss, versteht sich von selbst...

E4. Was gibt es sonst noch ?

Bei diesen Anschauungsobjekten will ich es zunächst bewenden lassen. Wichtig ist aber noch eines: Es erscheint ja während der Fahrt über solche Gleisanordnungen nicht der Eindruck, dass man sich auf einem Zweiggleis bewegt. Aber die Signale (und die Geschwindigkeitsüberwachung) kriegen das natürlich mit.
Also muss man auf weitere Kleinigkeiten aufpassen: Sofern bis ca. 1 km vor einer solchen Verzweigung Signale stehen, sollten sie ohne Zs3 gebaut werden. Auch Zusatztafeln sollte man entfernen. Die zulässige Geschwindigkeit muss für Strecke und Abzweig identisch sein und sollte erforderlichenfalls mit Lf-Tafeln signalisiert werden. Auch hier: diese Tafeln sollten bereits dort stehen, wo die Gleise noch ihre Normal-Lage haben. Sonst könnten sie auch mal mitten im Gleis auftauchen !