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    Systemeinstellungen optimieren

    Die Parameter für das Verhalten von Windows werden (wie vermutlich jeder weiß) in den Dateien win.ini und system.ini verankert, die sich im Windows-Verzeichnis befinden.
    Es gibt einige Möglichkeiten, von den Standardeinstellungen durch das Ändern der Vorgabewerte oder gar das Hinzufügen neuer Einträge abzuweichen, auch wenn es nirgends in der Systemsteuerung oder sonstwo einen passenden Eingabedialog für die erforderlichen bzw. gewünschten Werte gibt.
    Man muss daher die win.ini und die system.ini direkt mit einem Texteditor bearbeiten.

    Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine recht bequeme bietet das Programm sysedit.exe, der sog. "Systemeditor". Wird er gestartet (zur Not über den "Ausführen"-Dialog des Startmenüs oder des Programm-Managers), so öffnet er gleich vier Dokumentfenster, in denen er nicht nur die win.ini und die system.ini, sondern auch die config.sys und die autoexec.bat darstellt. Das ist auf den ersten Blick praktisch, auf den zweiten aber gefährlich. Warum ? Nun, Sysedit kann pro Fenster nur eine Datei mit maximal 32 kB Größe laden. (Bei mir z.B. hat die win.ini satte 42 kB) Das Schlimme ist nun, dass bei Überschreitung der Maximalgröße nicht etwa eine Fehlermeldung erfolgt, sondern es wird einfach der Rest der Datei nicht mehr gezeigt. Soweit gut... aber macht man nun den Fehler, die win.ini zu speichern, so wird nur der angezeigte Teil gespeichert, der Rest abgeschnitten. Prima. Dann hat man ein Problem.
    Also: Hände weg vom Systemeditor ! Statt dessen sollte man eher zu notepad.exe greifen. Der gibt immerhin eine Fehlermeldung aus, wenn er sich an der Datei verschluckt. Dann bleibt nur noch der DOS-Editor, das gutmütige Kalb für alle Fälle. (Übrigens gibt es eine gegenüber dem Original-Windows-Zubehör verbesserte Fassung.)
    Genug des Vorgeplänkels: Was ist nun zu tun ?

    Zunächst wenden wir uns dem Abschnitt [386Enh] zu:
    Einträge mit einem roten Punkt beziehen sich auf die Stabilität, blauer Punkt bedeutet Einwirkung auf die Geschwindigkeit, grüner Punkt: Erscheinungsbild.

    DMABufferSize=64
     Stabilitätskritisch:  Größe des DMA-Puffers in KB, sollte mindestens 64 KB sein, Standardwert: 16
    DMABufferIn1MB=No | Yes
     Stabilitätskritisch:  Legt fest, dass der DMA-Puffer nicht im Speicherbereich unterhalb 1 MB liegen soll. Dort wird er nur gebraucht, wenn (zumeist ätere 8Bit-)Steckkarten nur mit dem Speicher unterhalb 1 MB kommunizieren können.
    MaxBPs=768
     Stabilitätskritisch:  bestimmt die Anzahl der "Breakpoints", der Standardwert ist 200, (Breakpoints werden in 4-kB-Blöcken verwaltet)
    PageOverCommit=n
     Stabilitätskritisch:  bestimmt die Größe der permanenten Auslagerungsdatei. Standardmäßig ist der Wert auf 4 eingestellt. Das bedeutet, dass das Vierfache des vorhandenen RAM als Auslagerungsdatei reserviert wird. Ziemlich unsinnig. Denn je kleiner der RAM ist, umso mehr Auslagerungsplatz wäre ja hilfreich. Also einen beliebigen höheren Wert eintragen und dann in den Einstellungen (Systemsteuerung/386Enh/Virtueller Speicher) die tatsächlich erforderliche Größe bestimmen.
    Allerdings... bei alten Computern mit kleinen Festplatten muss man berücksichtigen, dass die Auslagerungsdatei nur erstellt/geändert werden kann, wenn genug Plattenplatz am Stück vorhanden ist !
    FileSysChange=On | Off
     Geschwindigkeitsrelevant:  Veränderungen im Dateisystem (hervorgerufen z.B. durch DOS-Programme oder sonstige Anwendungen) werden an Programme gemeldet, die das verstehen. Das bewirkt, dass der Dateimanager seine Fenster z.B. beim Löschen oder Verändern von Dateien durch andere Programme auffrischen kann. Dieser Vorgang kostet Zeit, man kann ihn also getrost unterdrücken, wenn man sowieso nie mit dem Dateiemanager arbeitet. Calmira 3.101d wertet diese Meldung nicht aus.
    WindowUpdateTime=(Wert in ms)
     Geschwindigkeitsrelevant:  Zeitintervall (in ms), in dem DOS-Fenster aktualisiert werden, Standardwert: 50, kann bedenkenlos verkleinert werden.
    LocalLoadHigh=Off
     Stabilitätskritisch:  Diese Option sollte nur aktiviert werden, wenn ein Programm dringend Speicher in den UMBs braucht, ansonsten (wie hier schon geschehen) aus damit, sonst verschenkt man konventionellen Speicher.
    MinTimeslice=(Wert in ms)
     wirkt auf Geschwindigkeit  Das kann man auch in der Systemsteuerung im Abschnitt "386 Erweitert" einstellen ("Minimale Zeitscheibe"), der Standardwert (für einen 386SX-16 !) ist 20 ms, auf schnelleren Computern kann man ruhig mit anderen Werten experimentieren.
    Die Einstellung bezieht sich auf die Zeit, die eine DOS-Anwendung oder die Windows-Anwendungen insgesamt mindestens laufen, bevor zur nächsten Anwendung umgeschaltet wird. Die Eintragung geringerer Werte kann auch bremsende Wirkung haben, weil dann öfter umgeschaltet wird.
    DOSPromptExitInstruc=No
     Optisch:  Mit diesem Eintrag kann man den Erläuterungstext unterdrücken, der normalerweise beim Aufruf der MS-DOS-Eingabeaufforderung erscheint.
    LocalReboot=true | false
     Optisch:  Wird "true" eingetragen, so gibt es beim Dreifingergriff (<Strg>+<Alt>+<Entf>) zunächst die Möglichkeit, ein nicht reagierendes Programm zu beenden. Der Reset wird erst beim nochmaligen Dreifingergriff ausgeführt.

    Und jetzt ein wenig DOS-Box-Tuning im Abschnitt [NonWindowsApp]:

    CommandEnvSize=(Wert in Bytes)
    Standard: 1024. Legt die Größe des Umgebungsspeichers für command.com fest, höhere Werte sind prima für Batch-Freaks mit Riesenvariablen.
    ScreenLines=25 | 43 | 50
    Legt den Anzeigemodus (Zeilenzahl) in der DOS-Sitzung fest (Standard: 25). Bei großen Bildschirmen macht die Erhöhung der Zeilenzahl die Sache übersichtlicher.

    Die auf diese Weise vorgenommenen Änderungen werden beim nächsten Windows-Start wirksam.

    Win 32 S installieren

    Win32s ist eine Erweiterung für Windows 3.1x, mit der auch (nicht besonders spezialisierte) 32-Bit-Programme auf Windows 3.1 laufen. Ursprünglich für NT-3.x-Programme gedacht, lassen sich damit auch (einige) Win95-Programme ausführen. Es ist zwar heutzutage relativ schwer zu finden, aber einige Download-Adressen sollte es wohl noch geben. (Mal bei freewareguide versuchen, sonst googeln.) Die letzte Version ist 1.30c (genauer: 1.30.172). Das Download-Paket hat etwa 2,4 MB. Bei langsamen Connects: Auch diverse Treiber-CDs und ältere Beilagen zu Computer-Zeitschriften verdienen Beachtung in puncto Win32s.
    Mitgeliefert werden eine 32-Bit-Hilfe, die dem Windows-95-Pendant entspricht, sowie ein Bei-spiel im wahrsten Sinne des Wortes (Freecell), das man zum Testen von Win32s verwenden kann. Außerdem ist es teils ganz schön knifflig und macht süchtig. (na, vielleicht --- mit etwas Übung kann man durchaus mehr als zwei Drittel, vielleicht bis zu 75% aller Spiele gewinnen. Und wenn der Blick auf die Statistiken frustrierend wird: <Strg>+<Umsch>+<F10>)
    Schon der Hilfe wegen ist Win32s wärmstens zu empfehlen - außer für Systeme mit wenig RAM, denn 32-Bit-Programme brauchen mehr Speicher und (v.a. User-)Ressourcen als ihre 16-Bit-Kollegen. Außerdem müssen ja auch noch die Win32s-DLLs geladen werden. Laut Microsoft ist auch die Speicherverwaltung von Win32-Programmen etwas anders, was sie obendrein größer erscheinen lässt. So braucht etwa der Paint Shop Pro 3.11 ohne geladene Bilder etwa 550 KB Arbeitsspeicher, die 32-Bit-Variante 3.12 hingegen stattliche 3600 KB, die 6,66fache Menge !
    Paul Chitescu hat sich übrigens mal die shell32.dll von Win32s 1.30c vorgeknöpft und die Absturzsicherheit verbessert, indem er ein bekanntes Problem dieser Datei gelöst hat: Beim Aufruf mancher in Win32s nicht eingebauter Funktionen gibt nämlich die originale shell32.dll als "Errorlevel" 0 (="alles OK") zurück, obwohl die richtige Rückmeldung "E_NOTIMPL" (="Fehler, nicht implementiert") lauten müsste. Außerdem hat er noch ein paar Funktionen und die Icons der shell32.dll von Windows 95 hinzugefügt.
    Im Zusammenhang mit Win32s soll hier auch auf die leider nur in englischer Fassung vorliegende "Win32s Kompatibilitätsliste" von Stephan Großklaß verwiesen werden (die seit einiger Zeit von Gaby Chaudry gepflegt wird), in der viele Programme genannt sind, die man mit Win32s ausführen kann. Wer der Liste noch das ein oder andere Programm hinzuzufügen hätte, sollte an Gaby schreiben. Wenn man sein Win32S gern eindeutschen würde: Die hierfür nötigen Dateien finden sich z.B. auf der CD des Brennprogramms Nero, zumindest bis Version 4.0.3.0.)
    Engagierte Win32s-Benutzer werden sich sicherlich schon einmal über die MSVCRT-DLLs geärgert haben. Nur zu oft erscheint nämlich statt eines Win32-Programmes z.B. die Fehlermeldung "Diese Version von msvcrt40.dll ist nicht kompatibel mit Win32s". Na Mahlzeit ! Und jetzt suche mal einer die richtige Version... Also: Hat man eine oder mehrere dieser begehrten DLLs in Win32s-kompatibler Ausführung, sollte man davon ein leicht aufzufindendes Backup machen, und sei's auch bloß eine ZIP-Datei ! Es gibt nämlich leider öfters dusselige Installationsprogramme, die diese Dateien überschreiben (bei den CTL3D-DLLs ist es genauso). Bei dieser Gelegenheit der Tip: Man darf solche Dateien getrost mit Schreibschutz versehen ... das ist dann schon die "halbe Miete".
    Wer Pech gehabt und eine benötigte Version verloren hat, findet sie vielleicht hier wieder: msvcrt20.dll, msvcrt40.dll.

    WinG installieren

    WinG ist eine Grafikschnittstelle, die die Bildschirmausgabe bei Nicht-DCI-fähigen Systemen deutlich beschleunigt (Videos !). Es wird ansonsten eher selten genutzt (wenn, dann insbesondere von 32-Bit-Programmen wie Paint Shop Pro 3.12) und war auf diversen Treiber-CDs zu finden (z.B. PC-Welt 4/1997). WinG wurde einst eine hoffnungsvolle Zukunft prophezeit, doch daraus ist nicht allzu viel geworden.

    RegEdit auffrischen

    Den vollen Überblick über die Registrierdatenbank von Windows 3.1x hat man mit dem erweiterten Registrierungseditor (der offenbar von Windows NT 3.51 stammt), wenn man ihn - wichtig ! - mit dem Parameter "/ V" (ohne Leerzeichen dazwischen !) aufruft: Dann zeigen sich nämlich auch Schlüssel, die dem normalen RegEdit verborgen bleiben, weil dieser einfach nur den Unterschlüssel ".classes" anzeigt ! Ruft man den neuen Regedit ohne Parameter auf, so erhält man zumeist eine fast leere Liste, denn wie gesagt liegt er eine Ebene höher als die Registrierungsinfo der meisten Programme.

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