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  • Desktop-Feinschliff

    Systemschriftart in Form und Größe ändern

    Ich wollte mir schon immer mal die Systemschrift vornehmen (vgasys.fon) und sie von ihrem etwas knubbeligen Aussehen wegbringen und ein wenig verschlanken... aber für die Mühe, den Hex-Code zu entschlüsseln und zu überarbeiten, fehlte mir dann doch immer wieder die Zeit. Erst vor Kurzem stieß ich auf das Programm SysFont. Es ermöglicht, eine beliebige TrueType-Schrift als Ersatz für die Systemschrift zu verwenden.
    Doch halt: Man soll ja auch was lesen können. Also kommen "Sütterlin", "Elegant Script", "Comix" und diverse Handschriften schon mal überhaupt nicht in Betracht, auch sind Serifenschriften ganz allgemein keine gute Wahl, weil sie am Bildschirm durchweg schlechtere Lesbarkeit aufweisen als serifenlose Schriften. Wenn man es recht betrachtet, bleibt eigentlich nur "Arial", und zwar in der Größe 11, allenfalls 12.
    Das Problem dabei sind nämlich nicht die unmittelbaren Wirkungen der Änderung, sondern die versteckten Tücken, die sich vielleicht erst bemerkbar machen, wenn man sie schon nicht mehr mit der Schriftwahl in Verbindung bringen mag.
    So gibt es z.B. eine Systemfunktion von Windows mit dem bezeichnenden Namen "GetSystemMetrics". Hiermit wird der Maßstab für die Abbildung der systemeigenen Dialoge, Schaltflächen und sonstiger Objekte festgelegt. Das kann kuriose Effekte geben; wenn die Werte anhand einer ungeeigneten Schrift ermittelt werden. Solche Effekte sind nach meiner Kenntnis zwar harmlos, können aber lästig werden.

    Symbol-Abstände und -eigenschaften einstellen

    Der Windows-Desktop-Dialog erlaubt zwar das Festlegen des horizontalen Abstandes der Symbole, aber die vertikalen Zwischenräume soll der Anwender offenbar in Ruhe lassen. Wozu diese Einschränkung ?
    Fündig werden wir in der win.ini, Abschnitt [Desktop].
    Hier stehen sie:
    IconVerticalSpacing= (Abstand vertikal)
    IconSpacing= (Abstand horizontal)
    Als Wert ist ein Pixelwert anzugeben.

    Auch die Schriftart, Schriftauszeichnung und die Steuerung des Zeilenumbruchs der Symboltitel lassen sich hier festlegen:
    IconTitleFaceName= (Schriftartname, z.B. "Arial", "MS Sans Serif")
    IconTitleSize= (Schriftgröße in Punkt oder Pixel, z.B. "10")
    IconTitleStyle= ("0" oder "1" für normal oder fett)
    IconTitleWrap= ("0"=kein Umbruch, "1"=Zeilenumbruch an)

    Die Werte gelten nicht nur für die Programmsymbole im Programm-Manager und seinen Gruppen sowie im Programmfenster der Systemsteuerung und natürlich für die auf Symbolgröße verkleinerten Fenster laufender Programme, die auf dem Windows-Desktop abgelegt werden. Auch die Ordnernamen in der Baumansicht von Outlook Express greifen z.B. auf die Größe der Symboltitel zurück. Auf die Desktop-Symbole der Calmira-Oberfläche und die Abstände der Symbole in den Verzeichnisfenstern von Calmira schlagen sie nicht durch ! Dort gibt es eigene Einstellungen.

    Verzögerungszeit beim Aufklappen der Menüs

    Auch dies finden wir in der win.ini, Abschnitt [Windows].
    MenuShowDelay= (Zeit in Millisekunden)
    Man kann auf diese Weise die Menüs verzögert aufklappen lassen. Aber wozu --- schließlich streben wir ja eine flotte Arbeitsgeschwindigkeit an !

    Das persönliche Desktop-Farbschema

    Windows bietet standardmäßig eine Fülle verschiedener Desktop-Farbschemata an, von denen einige tatsächlich brauchbar, andere wiederum eine Qual für das ohnehin bildschirmgeplagte Auge sind.

    Gut, dass die Auswahl groß ist und dass es ohne Schwierigkeiten möglich ist, die Vorgaben zu ändern und die Arbeitsoberfläche den eigenen Vorlieben anzupassen. Diese Vorlieben werden von Mensch zu Mensch wechseln, so dass es die eine, gar ganz einzige, allgemeinverbindliche Lösung zum Glück (?) nicht gibt.

    Aber: ein paar grundsätzliche Tips will ich hier doch gern geben.

    Es ist eine unter Bildschirmarbeitern inzwischen gesicherte Tatsache, dass hohe Kontraste und reine Farben erster Ordnung das Auge stark belasten. Es ist daher in der Regel dringend davon abzuraten, seiner persönlichen Lieblingsfarbe die Priorität bei der Desktopgestaltung einzuräumen... es sei denn, diese Lieblingsfarbe sei grau, ocker, oliv oder ähnlich zurückhaltend.
    Hier ein abschreckendes Beispiel, wie es garantiert nicht aussehen sollte:

     Beispiel für schlechte Desktopgestaltung

    Als Basis für die Wahl augenfreundlicher Farben können z.B. die Windows-Schemata "Standard", "Designer" oder "Arizona" dienen. Allgemein gilt: Eher Farben dritter Ordnung, also verwaschene Mischfarben auswählen, dabei auf auf hinreichenden Kontrast von Schrift und Hintergrund achten. Wenn man mit seiner aktiven Anwendung nicht gerade im Vollbild arbeitet, sondern es sich um kleinere Programmfenster handelt, dann ist es auch augenfreundlicher, statt der einfarbigen Desktopfläche ein vielfarbiges Hintergrundbild zu benutzen. Die Desktop-Muster von Windows sind eher abzulehnen, weil sie nicht nur die Symboltitel unlesbar machen, sondern auch sonst das Auge zu sehr ablenken.
    Hier einige Beispiele dafür, was bei Experimenten herauskommen kann:

     einige Beispiele für augenfreundliche Desktopgestaltung

    Es kommt auch auf die Charakteristik der Grafikkarte und des Bildschirns an. Teilweise sind die Kontrastkurven von Gerät zu Gerät so unterschiedlich, dass dasselbe Farbschema auf dem nächsten Rechner ganz anders wirken kann als gewohnt.

    Zum Ausprobieren die nachstehenden Angaben (als jeweis eine Zeile) in den Abschnitt [color schemes] der control.ini eintragen, dann kann über die Farbauswahl der Systemsteuerung auf die Schemata zugegriffen werden:

    Abend=    C2CCC8,CAD4D2,EBE4DE,0,C2CCC8,0,919100,
              919100,FFFFFF,A8B136,C0CCC6,0,C2CCC8,C2CCC8,
              808080,0,828282,808000,FFFFFF,C0C0C0,FFFFFF

     
    Hell=     C2CCC8,ECECEC,ECECEC,0,C0C0C0,0,919100,
              919100,FFFFFF,C0C0C0,C0C0C0,DCDCD8,DCDCD8,C0C0C0,
              808080,0,828282,808000,FFFFFF,C0C0C0,FFFFFF

     
    Calmira=  DDE1E0,DBDBDB,FFFFFF,0,DDE1E0,0,808000,
              808000,FFFFFF,B8C13C,C0C0C0,0,C0C0C0,CACACA,
              6A6A6A,0,787878,808000,FFFFFF,C0C0C0,FFFFFF

     
    Arizona2= 75CAEC,B7F4FD,FFFFFF,0,FFFFFF,0,AC8E1A,
              C0C0C0,FFFFFF,5367AC,C0C0C0,0,C0C0C0,C0C0C0,
              808080,0,808080,A88C18,FFFFFF,0,FFFFFF

     
    Ocker=    D3D8D7,C6B764,FFFFFF,0,8CD1EC,0,9DD8F0,
              229DCC,0,83A2E2,1C7CA2,0,DDE1E0,DDE1E0,
              828282,0,6A6A6A,CAEE4,0,104C60,FFFFFF

     
    Klar, dass man auch die Calmira-Elemente in ihren Farben an die veränderte Gestaltung anpassen muss, da immerhin 10 Elemente eigene Einstellungen zulassen bzw. erfordern. (Rechtsklick auf "Arbeitsplatz", dann "System-Einstellungen/Anzeige")
    Bei der Gestaltung der Beispiele habe ich nicht auf die Einhaltung der Grenzen von 4, 8 oder 15 Bit Farbtiefe geachtet, ab 16 Bit sollten sie jedenfalls ohne Änderung verwendet werden können.
    Und hier kann man sich noch ein auf Augenfreundlichkeit und Kontrast optimiertes Desktop-Farbschema holen, das für 24 und 32 Bit Farbtiefe vorgesehen ist. (Bei 16 Bit schlägt es ein wenig nach Grün um...) Es setzt Calmira 3.101d voraus.

    ... ein Beispiel für Bastler: Man kann auch eine MAC-ähnliche Oberfläche erzeugen, wenn man die Tools "Makeover" und "SysFont" einsetzt. Die Systemschrift muss dafür auf "Chicago 9" eingestellt werden:

    Die Schrift "Chicago" wurde von der "Agfa Monotype Corporation" gestaltet und ist u.a. Bestandteil des Betriebssystems "OS/2" gewesen. Andere Bezugsquellen sind mir zur Zeit nicht bekannt.

    Ein neues Startlogo für Windows !

    Das ewig gleiche Standardlogo muss man sich ja nicht jahrelang antun. Man kann ohne Weiteres eigene Bilder als Startlogo verwenden, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

    1. Nur 16 Farben dürfen verwendet werden, aber es müssen nicht die Windows-Standardfarben sein. Hauptsache, der Grafiktreiber kann sie darstellen. Wer einen TrueColor-Modus fährt, ist frei in der Wahl der Farben.
    2. Das Bild muss mit RLE4-Kompression gespeichert werden.
    3. Die aus dem Neubau des Logos resultierende win.com darf keinesfalls größer als 64 kB werden.

    Wie geht man vor ?
    Ganz einfach. Erstmal benötigt man ein Bildbearbeitungsprogramm, das Bilder im RLE-Format speichern kann, also z.B. "PaintShop"Pro" (3.11 oder 3.12). Damit erstellt man das gewünschte Bild in der Größe von max. etwa 360 x 480 Punkten, das möglichst plakativ sein sollte, damit die Datei nachher schön klein wird.
    Oder man holt sich ein fertiges Bild ab, das bereits auf Eignung geprüft wurde... Weiteres siehe unter Tz. 11 bei den Calmira-Neuigkeiten !

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