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    32-Bit-Festplattenzugriff (32BDA)

    Dies ist die etwas ältere (schon seit Windows 3.1 verfügbare) und stärker hardwareabhängige Variante, auch Fastdisk genannt.
    Der Geschwindigkeitsgewinn entsteht dadurch, dass Windows direkt auf die Festplatte zugreifen kann, ohne andauernd das System in den Realmode schalten zu müssen, wie es beim Zugriff per BIOS notwendig wäre.
    Der Haken liegt allerdings darin, dass der mitgelieferte Fastdisk-Treiber nur mit IDE-Festplatten von höchstens 504 MB (Controller WD-1003-kompatibel) zurechtkommt. Solche kleinen Platten dürfte man heute nur noch in sehr wenigen Computern finden, mal abgesehen von kleinen äteren Notebooks. Man müsste sich daher für SCSI- und neuere IDE-Platten einen aktuelleren Fastdisk-Treiber herunterladen. Außerdem kommt der 32-Bit-Plattenzugriff mit Ontrack Disk Manager und ähnlicher Software generell nicht klar.

    Das ganze ist also eine etwas knifflige Sache. Mit "einfach in der Systemsteuerung '386 erweitert / Virtueller Speicher / 32-Bit-Plattenzugriff anschalten'" wird das also meistens nichts.

    Wenn der 32BFA läuft, kann er zuweilen sogar Geschwindigkeitsnachteile (!) bringen und möglicherweise auch andere Probleme mit sich bringen.

    32-Bit-Dateizugriff (32BFA)

    Der 32-Bit-Dateizugriff, der erst ab Windows für Workgroups 3.11 dabei ist, setzt auf den 32-Bit-Plattenzugriff auf, setzt ihn aber nicht zwingend voraus, denn für den Fall, dass kein FastDisk-Treiber installiert ist, bringt WfW 3.11 einen "Ersatztreiber" mit, den "Real Mode Mapper", mit dem 32BFA auch auf ESDI-, SCSI-, und komprimierten Laufwerken funktioniert. Für die Datei "rmm.d32", die eine wesentliche Komponente des Real Mode Mappers ist (wie auch der Name verrät), gibt es im Übrigen ein Update .
    Aktivieren kann man den 32BFA übrigens in der Systemsteuerung, => "386 erweitert / Virtueller Speicher / Ändern / 32-Bit-Dateizugriff benutzen".
    Der 32BFA arbeitet mit dem Dateisystem VFAT, das übrigens gleich einen Cache (VCache) und ein VShare enthält und das erste installierbare Dateisystem in Windows war (bei Windows 95 kam dann z.B. noch das CDFS dazu).

    Hier nun die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

    Vorteile

    • Er ist schnell: Der Cache-Algorithmus ist besser als bei SmartDrive und erlaubt die effizientere Verwendung größerer Caches; das Kopieren von großen Datenmengen von Partition zu Partition geht wesentlich schneller vonstatten, da die auf einmal transportierte Datenmenge ungleich größer als beim SmartDrive ist und somit die zeitintensiven Kopfbewegungen reduziert werden.
    • VShare macht share.exe überflüssig. Den entsprechenden virtuellen Gerätetreiber gibt es aber auch für das normale Windows 3.1.

    Nachteile:

    • Der 32BFA funktioniert nur mit Festplatten- und Netzlaufwerken, nicht aber mit Disketten und CD-ROMs. Braucht man also dafür einen Cache, muss wieder SmartDrive einspringen (vielleicht mit 256 KB nur für Diskette und knapp 512 KB für Diskette und CD-ROM, je nach RAM-Ausstattung).
    • In Batchdateien funktionieren Abfragen des Typs if exist <Verzeichnis>\nul nicht mehr. Doch wie praktisch, dass Calmira eine Datei namens existdir.exe mitbringt, die ebenfalls zum Existenznachweis von Verzeichnissen verwendet werden kann (ist der Errorlevel 1, gibt's das Verzeichnis, bei 0 nicht) und von dem Problem nicht betroffen ist.
    • Mit reservierten Gerätenamen geht der 32BFA generell nicht besonders sorgsam um, z.B. kann man Ordner namens NUL anlegen, aber natürlich nicht wieder löschen... Noch "besser" ist der Absturz beim versuchten Ausführen von c:\con\con, eines dieser Experimente, die immer irgendwer erfindet, wenn er einen Grund für hämisches Grinsen sucht. Windows 4.x ist davon noch mehr betroffen: Schon ein Klick auf einen darauf verweisenden Link in Netscape oder IE lässt den Bluescreen in Aktion treten - unter WfW 3.11 gibt es zum Glück nur ein "Datei nicht gefunden", wie das auch sein sollte.

    Es gibt eine (englischsprachige) FAQ zum 32-Bit-Dateizugriff.

    Noch ein wichtiger Hinweis: Es ist nicht ohne Risiko, aus Geschwindigkeitsgründen einen Schreib-Cache einzurichten. Zwar kann dies den Vorteil bringen, dass es nur dann auf der Festplatte rappelt, wenn ohnehin grad Zeit dazu ist und nicht immer dann, wenn es den Anwender nervös macht ... aber viel nervöser werde ich jedenfalls bei dem Gedanken, dass auf diese Weise bei einem Absturz eine Menge Daten, die ich soeben in mühevoller Handarbeit eingetippt habe, verloren sein könnten.
    Man kann im den Schreibcache für bestimmte Laufwerke abstellen, nämlich in der system.ini, Abschnitt [386Enh] mit dem Eintrag ForceLazyOff=<Laufwerksbuchstabe(n)>,
    Will man den Schreibcache mal kurz leeren, begibt man sich an die DOS-Eingabeaufforderung und drückt <Strg>+<C>.

    Die Größe des VCache kann man übrigens entweder in der Systemsteuerung unter '386 erweitert / Virtueller Speicher / Ändern' (Obergrenze: 24 MB) oder direkt in der system.ini einstellen: Abschnitt [vcache], Eintrag MinFileCache=Größe in KB, als Beispiel "30720" für 30 MB; "2048" wäre eher typisch.

    Was tun, wenn weder 32BDA noch 32BFA funktionieren ?

    Diesen Fall gibt es auch. Es wurde berichtet, dass Windows 3.11 nach dem Einbau einer größeren Festplatte einfach nicht mehr starten wollte.
    Abhilfe kann möglicherweise dadurch geschaffen werden, dass der Eintrag "device=ifsmgr.386" im Abschnitt "[386Enh]" der system.ini auskommentiert wird. Denselben Effekt erzielt auch das Auskommentieren der Zeile mit "ifshlp.sys" in der config.sys.

    Wie sieht es in so einem Fall mit dem Cache aus? Man muss auf Smartdrive ausweichen, was Nach-, aber auch Vorteile hat:

    Nachteile:

    • Smartdrive ist nicht so effizient wie VCache, was sich in einer geringeren Transferrate von im Cache befindlichen Dateien bemerkbar macht: Sie beträgt nur ungefähr zwei Drittel der Transferrate von VCache. Außerdem ist der Algorithmus nicht für große Datenmengen und Cachegrößen optimiert.

    Vorteile:

    • Man spart Speicher: Ist Smartdrive für Festplatte und CD-ROM zuständig, kann ein gemeinsamer Cache benutzt werden, der zusätzliche CD-ROM-Cache entfällt.
    • Das CD-ROM-Laufwerk wird schneller: Im Zusammenhang mit dem eben Erwähnten steht die Tatsache, dass man durch einen gemeinsamen Cache von z.B. 3 MB die maximale Größe des CD-ROM-Caches auf mehr als das Sechsfache erhöht hat (von 472 KB auf 3072 KB).
    BIOS-Einstellungen tunen

    Eigentlich möchte man doch meinen, dass man im BIOS-Setup alle wesentlichen Parameter einstellen kann. Kann man auch - viele andere aber oft nicht. Nur dumm, dass die sich auf die Geschwindigkeit auswirken können...

    Man kann aber zum Glück an etlichen versteckten Einstellungen herumfummeln - z.B. mit TweakBIOS 1.53, das so gut wie alle zum Zeitpunkt seines Erscheinens (1998) aktuellen Chipsätze unterstützt.

    Aber Achtung:
    Man sollte schon wissen, was man tut !!! Bei Einsatz des 32-Bit-Plattenzugriffs dürfte sich die Veränderung von BIOS-Einstellungen nicht auswirken - schließlich ist er gerade dazu gedacht, die leidigen BIOS-Zugriffe zu umgehen, da diese noch nie besonders schnell waren und man sich obendrein ein paar Moduswechsel der CPU (Protected Mode / Real Mode) sparen kann.

    Auch CD-ROM-Laufwerke werden nicht immer voll ausgefahren, Besserung kann erfolgen durch den Treiber usdide.sys von der (mir anderweitig unbekannten) Firma US Drives. Wenn Laufwerk und Controller DMA-Modi unterstützen, geht's noch schneller mit cdrom.sys aus hxcd-rom.zip, (den gibt es beim "Batchfreak" Laurence Soucy).

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