Zunächst noch ein Hinweis auf die an anderer Stelle gegebenen Informationen zum Thema "Grafiktreiber" im Kapitel "Systemsoftware / Multimedia".
Eine neue(re) Grafikkarte wirkt oft Wunder...
Oder man erlebt sein "blaues Wunder", wenn sich nämlich herausstellt, dass a) die Karte nicht mit der Hauptplatine kompatibel ist oder b) es dafür keine Windows-3.1x-Treiber mehr gibt.
Bei PCI-Modellen ist die Treiber-Frage zumeist der ärgste Stolperstein. Diese Frage sollte man daher zuerst zuverlässig klären, wenn der Einbau einer neuen Karte ansteht. Informationen dazu gibt es in aller Regel auf der Internet-Seite des Herstellers, und wenn da nichts zu finden ist, quält man das herstellerseitige Support-Team so lange per E-Mail, bis die Angelegenheit erledigt ist.
Zu den geeigneten gehören unter Anderem die ELSA Victory 3DX, die Hercules Terminator 3D/DX oder die Matrox Mystique. Aber auch für neuere Grafikkarten gibt es Windows-3.1x-Treiber, so etwa von Matrox für alle Karten bis einschließlich der G200-Reihe (auch AGP !) und von nVidia für Karten auf Basis der Chips Riva 128, Riva 128ZX, Riva TNT/TNT2 und NVIDIA Vanta (was immer das für einer sein mag); für den Super-Grafikprozessor Geforce 256 (den man aber normalerweise nur auf AGP-Modellen findet) gibt es dagegen keine Windows-3.1x-Treiber mehr.
Man sollte (inbesondere bei Computern von vor Ende 1995) unbedingt auf die benötigte PCI-Version achten ! PCI-2.1-Karten sind zwar in 2.0-Steckplätzen recht häufig zum Laufen zu bringen, aber in 1.0-Steckplätzen sicher nicht (das liegt AFAIK an der Erweiterung auf 64 Bit, die in Version 2.0 eingeführt wurde, und auf die sich die Grafikkartenhersteller natürlich gleich gestürzt haben).
Karten für den VL-Bus sind seit 1996 nicht mehr zu finden. Wer also anno 1995 noch ein System mit VL-Bus gekauft hat, hatte schon ein Jahr später beim Aufrüsten das Nachsehen, und jetzt natürlich erst recht. Schade eigentlich, denn prinzipiell steht der VL-Bus in Sachen Geschwindigkeit dem PCI-Bus zumindest auf einem 486er nicht nach (bei einem Pentium kann man den VL-Bus nicht direkt dranhängen). Aber man wollte wohl die ältere (kein PnP), wegen der Taktankopplung an den Prozessor etwas taktkritische (bei 40 MHz sind bloß noch zwei VL-Steckkarten erlaubt, damit die Impedanz nicht zu hoch wird und das Übersprechen zwischen den Karten vermieden wird) - und damit verbunden etwas unzuverlässige - Technik loswerden.
Auch auf dem Gebrauchtmarkt ist man hier inzwischen aufgeschmissen.
ISA-Grafikkarten verdienen heute nur noch aus historischer Sicht Erwähnung, denn auch dieser Sektor der Technikgeschichte teilt inwischen das Schicksal der Saurier: ausgestorben.
Für die Matrox-Grafikkarten Millennium G200 (PCI/AGP) und G400 (AGP) gibt es Windows-3.1x-Treiber, ebenso für Grafikkarten, die auf dem Nvidia Riva 128/TNT/TNT2 basieren (aber keine für den Geforce; Riva-128/TNT/TNT2)
Erstaunlicherweise hat man sich bei S3 wieder auf Wndows 3.1x zurückbesonnen... selbst für deren neueste Chips gibt es Treiber dafür. Allerdings wird berichtet, dass es vor allem mit Riva-TNT-AGP-Karten große Probleme mit Windows 3.1 geben soll. Hier gilt wohl: Probieren geht über Studieren!
Das Betreiben mehrerer Grafikkarten (und damit Monitore) an einem PC ist nicht erst seit dem Erscheinen von Windows 4.10 möglich. Mit den richtigen Grafikkarten und entsprechenden Treibern geht das auch unter Windows 3.1x ! Als Beispiel möchte ich hier ein paar (zugegeben: Profi-)Grafikkarten von ELSA anführen (hier hat Stephan Großklaß diese Möglichkeit entdeckt):
Die ELSA-Grafikkarten WINNER 2000PRO (VLB/PCI, S3 964), 2000PRO/X (PCI, S3 968), 3000M (PCI, S3 ViRGE/VX) und 3000L (PCI, S3 ViRGE/VX) können paarweise betrieben werden, maximal sind sogar 4 identische Karten in einem Rechner erlaubt (nur muss man erstmal so viele Steckplätze haben !)... auch die Kombination einer WINNER 2000PRO(/X) mit einer WINNER 1000ISA (ISA) ist erlaubt (Sparvariante ?). Die damals (1995) exzellente Geschwindigkeit und die hohe Ergonomie (2000PRO/X mit 8 MB VRAM: 1600x1280x24 bei 77Hz!, 250-MHz-RAMDAC) hatten aber auch ihren Preis: immerhin noch unter 2000 Mark (2 Stk. 2000PRO/X-2).
Die noch mit 3D-Beschleunigung versehenen später erschienenen Modelle WINNER 3000M/L dürften wohl auch nicht so billig gewesen sein. Aber wie gesagt, ging auch damals schon Multimonitoring, das nur mit Windows 4.10 etwas einfacher (Kombination verschiedener Karten, verschiedene Auflösungen möglich) und billiger geworden ist.