Speicherplatz ist durch nichts zu ersetzen ... außer duch Speicherplatz. Sowas haben wir doch schonmal gehört ? Richtig: Beim Arbeitsspeicher. Und das gilt auch hier. Also wird man bei einem betagten PC irgendwann um einen der beiden nachfolgend beschriebenen Schritte nicht herumkommen. Die einzige Ausnahme: Man hätte ihn schon hinter sich.
Zur Einstimmung: Die Plattenhersteller geben die Plattenkapazität gern in Mrd. Bytes an, was ja mathematisch-physikalisch gesehen schon Gigabytes sind, allerdings hat sich im Computerbereich das "Kilo" mit einem Umfang von 1024 anstatt 1000 eingebürgert. Das ergibt sich so schön bei der Binä:r-Rechnerei, es sind nämlich genau 210.
Daraus ergibt sich, dass normalerweise 1 GB=1073741824 Bytes sind. Sieht man also z.B. eine "8,4 GB-Platte", so liegt zumeist ihre tatsächliche Kapazität bei etwa 8,4 Mrd. Bytes, 8000 MB bzw. 7,8 GB. So erscheint die Platte dann durch den Monitor betrachtet kleiner, als es auf der Verpackung steht, aber das hat so seine Richtigkeit.
Der Ersatz der vorhandenen Festplatte durch ein Exemplar mit größerer Speicherkapazität bringt zwei Probleme mit sich:
1. Auswahl eines geeigneten Modells,
2. Daten retten und übertragen.
Zur Auswahl der richtigen Platte gilt es darauf zu achten, dass sie mit dem vorhandenen BIOS und dem vorhandenen IDE-Controller zusammenarbeitet. Bei sehr alten Rechnern ist das nicht selbstverständlich. Denn es gibt einige Grenzen, die der PC-Entwicklung einst wie die Schallmauer im Wege standen. (Noch mal der Spruch von Bill Gates: "640 kB müssten eigentlich reichen".)
Die erste Hürde ist die Grenze von 504 MB. Hat man die Möglichkeit, den vorhandenen einfachen IDE-Controller gegen einen EIDE-Controller auszutauschen, so ist diese Klippe schon umsegelt. Der neue Controller hat dann auch gleich 2 Kanäle, (womit wir eigentlich schon im nächsten Abschnitt wären) so dass man insgesamt vier Laufwerke (zweimal Master/Slave) anschließen kann (z.B. zwei Festplatten, ein ZIP-100-ATAPI-Laufwerk und ein CD-ROM).
Leider können auch Systeme mit 2 Anschlüssen (EIDE) Schwierigkeiten machen: Hier ist zu beachten, dass ältere Computer (genauer: deren BIOS, aber wo findet man heute schon noch ein Update, falls es überhaupt möglich ist ?) keine Festplatten über 2 GB unterstützen.
Und bei 7,8 GB lauert schon wieder die nächste Hürde (DOS-CHS-Beschränkung: nur 255 statt 256 Köpfe) und bei 8 GB wieder eine neue (INT13-Beschränkung) ...
Diese Barrieren können jedoch mit spezieller Software durchbrochen werden (z.B. Ontrack Disk Manager - mal nach 'dmgr956a.exe' googeln -oder EZDrive). Und wenn der Controller nicht mitmacht und das System nicht starten will, kann man viele Platten per Jumper für den Controller auf 2 GB "verkleinern". Per Disk Manager und Co. ist natürlich weiterhin die ganze Platte benutzbar (wenn auch der 32-Bit-Plattenzugriff ab 8 GB Plattengröße nicht mehr funktioniert).
Platten über 2 GB müssen übrigens in jedem Fall partitioniert werden ! Mehr als 2 GB (= 2048 MB = 2097152 kB = 216 Bytes) unterstützt nämlich das Dateisystem FAT16 nicht. Und FAT32 ist mit MS-DOS 6.x nicht kompatibel.
Eine andere (elegantere ?) Lösung der Probleme durch BIOS-Beschränkungen ist ein zusätzlicher IDE-Controller, z.B. von Promise. Es gibt dort sowohl ISA- als auch PCI-Controller
Die Übertragung der Daten von der alten auf die neue Festplatte kann auf verschiedene Weise geschehen. Am einfachsten ist es, die neue Platte zunächst anstelle des CD-Laufwerks einzuhängen. Dabei darf man nicht vergessen, sie als "Slave" zu jumpern. Dann kann man ganz bequem unter Windows mit dem Explorer oder Dateimanager alles rüberschieben. Anschließend baut man die alte Platte aus, das CD-Laufwerk wieder ein, jumpert die neue Platte wieder als "Master" und schon... doch halt: Eine MS-DOS-Startdiskette muss her und von der muss einal der Befehl "sys c: augeführt werden, um den Bootsektor zu schreiben.
Kann man nicht beide Platten zugleich einbauen, hat man Glück, wenn ein externes Laufwerk (und sei es leihweise) zur Hand ist.
... kann auch nicht schaden, es sei denn, auf dem Mainboard wäre nur ein IDE-Controller vorhanden und dieser schon durch die erste Festplatte und das CD-ROM-Laufwerk belegt. In diesem Fall lesen wir oben noch mal nach, was zum Thema Controller und Ersetzen der Festplatte gesagt ist.
"Kleine" Platten (also in der 8 MB-Klasse) gibt es nur noch aus zweiter Hand. Eine Vertrauensfrage, denn wenn eine Paltte erstmal (mechanisch) "angeschlagen" ist, wird sie keine lange Restlaufzeit mehr haben.
Zum Glück sind die Größen der Softwarepakete (verglichen mit leistungsgleichen bzw.
Aber egal: selbst für Videobearbeitung dürfte der Platz genügen (auf einer 2 GB-Partition ist bei 1,5 MB/s für 22min 45s Platz, und zur Not kann man auf der nächsten Partition weiter aufnehmen; die AVIs, die zum Schluss dabei rauskommen, sind sowieso allerhöchstens "bloß" ein paar hundert MB groß).
Dass selbst eine kleinere Platte reicht, soll aber nicht heißen, dass größer schlechter wäre: Je größer die Festplatte, desto besser ist meist auch das Verhältnis von Kapazität zu Preis.
Nur wird man sie eben nicht am Stück nutzen können, sondern nicht umhin kommen, auf einer größeren Platte entsprechend viele Partitionen einzurichten.
Es ist durchaus möglich, Windows 3.1x auf einer FAT32-Partition zu betreiben. Hierfür ist ein Patch erforderlich, der die Kompatibilität mir DOS 7.1x herstellt. Allerdings kann man 32-Bit-Datei- und -Festplattenzugriff dann nicht benutzen, Und es wird auch so nicht möglich, Festplattenpartitionen von mehr als 2047,3 MB auszunutzen, weil eben der 16Bit-Zahlenraum für die Adressierung der Speicherorte dort seine Grenze findet.
Es ist dann außerdem noch eine kleine FAT-16-Partition für die Auslagerungsdatei nötig, die man aber auch auf eine Ramdisk legen könnte (die heutigen Systeme haben ja im Allgemeinen genug RAM dafür).
Die Anlage einer kleineren FAT-16-Partition ist übrigens auch für "nur-FAT-16-Systeme" zu empfehlen (und nützt gerade dort besonders viel !), wenn man viele kleine Dateien hat (z.B. den Browser-Cache). Dann schlucken sie längst nicht soviel Platz, weil z.B. bei einer 500 MB-Partition die Clustergröße bei nur 8 KB liegt, im Vergleich zu 32 KB bei allem, was größer als 1 GB ist. Wenn man z.B. 13,39 MB in 2528 Dateien im Cache-Verzeichnis herumzuliegen hat, dann schlucken diese auf einer 2-GB-Partition 79 MB (!!!), auf einer 500 MB-Partition (oder kleiner) dagegen nur 19,75 MB, also nur wenig mehr als die tatsächliche Größe.