Das Kapitel über die Hardware hat man wohl schon verdaut, wenn man an dieser Stelle angekommen ist. Nun sollen einige Tips zur benötigten Software folgen, damit der Trip auf der Datenautobahn nicht im Stau oder sogar mit einem Crash endet.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Verbindung zum Internet herzustellen. Zunächst meine ganz persönliche Empfehlung: Keine Verträge mit Providern schließen, wenn man nicht a) entweder selbst Internet-Seiten unterhält oder b) einen DSL-Anschluss haben möchte. Zumindest solange nicht, bis man sein persönliches Nutzungsverhalten mal unter die Lupe genommen hat. Für den Anfang sollte man auf jeden Fall die preiswerten Call-by-Call-Verbundungen nutzen, die von ca 1,15 Cent pro Minute aufwärts zur Verfügung stehen. Die günstigsten bieten sogar sekundengenaue Abrechnung. Das ist für Modembenutzer nicht das entscheidende Argument, weil der Verbindungsaufbau mit einem 57k6-Modem schon mal 25 Sekunden dauern kann... aber per ISDN schlägt diese Phase in der Regel nur mit 2 bis 6 Sekunden zu Buche... da ist dann der E-Mail-Verkehr bereits erledigt, bevor die Verbindungskosten die Aufrundungsgrenze von 0,5 Cent erreichen.
Mit der vorstehenden Empfehlung geht einher, dass man auch keine proprietäre Einwahlsoftware wie die von T-Offline (ähhh... Online, natürlich) oder AOL oder was weiß ich benutzen sollte. Denn das ist gar nicht erforderlich. Die nötigen Programme stellt uns Microsoft kostenlos zur Verfügung. Warum auch nicht, schließlich haben wir unser Windows ja teuer genug bezahlt.
Nach der Entwicklung, die in den letzten Jahren (bzw. denen davor, denn es ist alles schon nicht mehr ganz neu) abgelaufen ist, hat sich aus meiner Sicht herauskristallisiert, dass man gut bedient ist, wenn man als Einwahlprogramm das "iedieal.exe" aus dem Paket des Internet-Explorers 5.0 benutzt. Dieses Paket war auf der Heft-CD der PC-Welt 3/2000 drauf.
Weniger sinnvoll ist es, auf die Version 3.0x des Internet-Explorers zurückzugreifen, denn der kann noch keine HTML-Seiten darstellen, die StyleSheets einsetzen (so wie diese), und das dabei mitgelieferte "Internet Mail" hat ein ernstes Y2K-Problem. Auch in jenem Paket ist aber die Einwahlhilfe "iedieal.exe" drin, die sich von der 5er Version oberflächlich betrachtet nur darin unterscheidet, dass die eigene IP-Adresse nach dem Verbindugsaufbau nicht angezeigt wird.
Bei dieser Gelegenheit will ich gleich einen Trick für die Installation des IE 5.0 verraten: Es kann sein, dass das Active Setup irgendwann hängenbleibt und dass man dann ums Verrecken nicht weiterkommt. Dann hilft wahrscheinlich Folgendes: Nicht das Programm abbrechen, sondern den Computer ausschalten. Per DOS-Prompt in das Installationsverzeichnis wechseln (irgendwas mit "IEAK..." oder so ähnlich... ist schon 'ne Weile her) und die Datei "msador.dll" oder "msador16.dll" löschen. Die ist für das Ausführen von Active-X-Controls zuständig, und da schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche, denn einerseits sollte beim jetzt Windows-Start die Installation richtig fertiggestellt werden und andererseits ist gleich ein Sicherheitsloch gestopft. Eine weitere mögliche Hürde bei der Installation:
Auf Systemen mit mehr als 40 MB RAM kann es vorkommen, dass das Installationsprogramm meldet, es benötige "mindestens 4 MB RAM". Beim IE 5.0 ist das Problem zu lösen, indem das Setup-Programm mit dem Parameter "/f:16" gestartet wird.
Will oder kann man aus irgendwelchen Gründen die Installation des IE nicht als den richtigen Weg erkennen, dann bleibt für die Einwahl immer noch das Paket "Trumpet Winsock", das ist allerdings kostenpflichtige Shareware und mit immerhin ca. 40 Aus$ vergleichsweise teuer. Darauf lässt sich dann beispielsweise auch Opera aufsetzen.
Ach, da hab ich ja noch eine alte uneingeschränkte Version gefunden ...
Die Herstellung der Verbindung über ein bestehendes Netzwerk oder DSL in das Internet erfordert das TCP/IP-Protokoll, das es aber nur für WfW 3.11 gibt. Ansonsten muss der MS-LAN-Manager für DOS her, der nicht ganz einfach zu konfigurieren ist.
Der Brauser... pardon: Browser (vom englischen "to browse": durchwühlen) ist nicht weiter als ein Programm, dass die Interpretation des HTML-Codes beherrscht und HTML-Dateien nicht nur dann anzeigen kann, wenn sie sich auf der heimischen Festplatte befinden, sondern sich in die bestehende TCP/IP-Verbindung einklinken und die HTML-Seiten direkt aus dem Internet anfordern kann. Die "großen" Browser sind mit weiteren Komponenten, vor Allem mit einem sog "E-Mail-Client" für den Nachrichtenverkehr gekoppelt.
Für unser Windows 3.1x kommen da unter Anderem folgende Programme infrage:
Abgesehen von Opera, zu dem ich selbst keine Erfahrungen habe, kann ich über die Einsätze der anderen Kandidaten ein wenig berichten.
Zu 1) Netscape
Netscape 4.08 habe ich jahrelang benutzt, aber ich war mit der Stabilität nicht zufrieden. Der Aufruf von Internet-Seiten führte schon nach kurzer Zeit (manchmal nach nur 6 bis 10 Seiten) zum völligen Erschöpfen der Ressourcen (nicht nur auf meinem Rechner, gell, Babsie ?). Aber das war nicht so wichtig, weil ich sowohl damals wie heute kein Internet-Junkie war und bin. Gut gefallen hat mir das sehr übersichtliche Mailprogramm (Messenger), denn der E-Mail-Verkehr war und ist ein wichtiges Medium für mich. Aber: vor einiger Zeit hat mein Provider (1&1) beim E-Mail-Verkehr das "SMTP-Auth" eingeführt, und da war es um Netscape geschehen, denn der Messenger unterstützt das nicht. Schade, denn er war wirklich komfortabel. Besonders das Filtern von Nachrichten zur Förderung der Systemsicherheit und Spamabwehr war sehr gut möglich, siehe mein Programm Mailfilter.
Bekannt ist auch, dass der Messenger im Newsgroup-Betrieb zu Überraschungen fähig ist, denn er schießt gern andere Programme ab.
Zu 2) Internet-Explorer 5.0
Den habe ich auch zu Netscape-Zeiten schon zum Brausen benutzt, weil er einfach stabiler war. Nach dem Ende der Netscape-Ära habe ich dann auch Outlook Express aktiviert... und das war erstmal keine schöne Erfahrung. Es war schlechthin unmöglich, alle Mailordner zu importieren, denn mehr als 99 kann OE nicht verwalten. Nun gut. Muss man sich halt eine neue Struktur einfallen lassen. Hat geklappt. Aber: Jetzt wird die Systemstabilität signifikant durch OE beeinträchtigt. Nicht immer und nicht wirklich schlimm, aber leider immer unvorhersehber. Auch gut, es gibt eben auch unerfreuliche Dinge, mit denen man leben muss.
Zu 3) Internet-Explorer 4.0x
Keine Erfahrungen
Zu 4) Internet-Explorer 3.0x
Wie schon mehrfach erwähnt: abzuraten
Zu 5) Opera
Dies ist der wohl kleinste (und schnellste) Browser - die Installationsdateien passen auf eine Diskette. Version 3.60 ist wohl immer noch der Stand der Dinge. Opera ist Shareware (ca. 39 US$)
btw... Eine Alternative (hab ich aber nicht getestet): Von der FTP-Seite von Netscape kann man auch den Navigator 4.04 als Stand-Alone-Browser herunterladen, dieser ist mit 8051 KB deutlich kleiner als das ganze Communicator-Paket mit seinen ca. 15 MB, bietet aber dafür keinen Zugriff auf Newsgroups, keinen E-Mail-Versand (nur über externes Programm) und es fehlt auch die Composer-Komponente. Alle möglichen archivierten Versionen (2.0x bis 4.x) gibt es auf Netscapes HTTP-Archivseite.
Und das noch: Obwohl Microsoft es gar nicht mag, dass die Installationspakete des IE 5.0 anderweitig verbreitet werden, sind sie angeblich hier und da zu haben. Wahrscheinlich auch gut so, denn bei MS gibt es sie definitiv nicht mehr. Man kann es (wie man hört) bei freewareguide.de versuchen.
Eine kleine Einschränkung ist sowohl bei Netscape als auch beim IE zu vermerken: sie können keine PNG-Grafiken anzeigen. Also nicht wundern, wenn irgendwelche Bildplatzhalter auf Internet-Seiten nicht beizeiten durch die vorgesehenen Grafiken ersetzt werden.
Außerdem ist der IE 5.0 deutlich konservativer als seine fehlertoleranten 32Bit-Brüder, denn er entlarvt schlampig programmierte JavaScript-Einlagen gnadenlos... Beispiele dafür findet man nicht nur auf den Seiten von Microsoft....
Die Webdesigner wissen halt nicht, was sie tun.
Der IE 3.0 läuft auch auf einem 386 SX-16, der IE 5.0 sollte schon einen 486er Sattel haben und mehr als 25 MB Arbeitsspeicher wären wohl auch förderlich. Hier kann man sich die Systemanforderungen des IE direkt ansehen.
Ergänzend zu den oben bereits angerissenen Tips zum E-Mail-Verkehr will ich nicht übergehen, dass es noch zwei weitere (nicht mit einem Web-Browser verbandelte) E-Mail-Programme gibt, die qualitativ durchaus überzeugen, aber deren Oberfläche und Handhabung mir eher als "suboptimal" erscheint. Die integrierte Ordner- und Inhaltsstruktur von Messenger und Outlook Express ist gegenüber den MDI-Einzelfenstern einfach übersichtlicher. Es handelt sich um "Eudora light" und "Pegasus Mail". Beide unterstützen aber das SMTP-Auth nicht und kommen daher nicht infrage, wenn man einen sicherheitsbewussten Provider hat.
Und ... wo wir grad beim Thema "E-Mail" sind, will ich auch einen kleinen Verweis auf die "10 goldenen E-Mail-Regeln" anbringen. Kann ja sein, dass es dem/der einen oder anderen weiterhilft. (Sorry... der dort auf der ersten Seite vorhandene "Zurück"-Knopf führt nicht hierher zurück !)
Die richtige Zeitzone einstellen: (betrifft auch E-Mail-Clients)
In der autoexec.bat sollte sich folgende Einstellung befinden:
SET TZ=CET-1DST,3,-1,0,7200,10,-1,0,10800,3600
Kann sein, dass das auch reicht:
SET TZ=CET-1DST
Wieso ? Was kommt denn da noch ?
Tja, die DFÜ (Erläuterung: Datenfernübertragung) ist deutlich älter als das Internet, das hat ja grad (Stand 2004) mal so schlappe 10 Jahre auf dem Buckel, der E-Mail-Verkehr dagegen schon 20 ! Und schon vor dem Internet gab es ein weltumspannendes Netz, das auch heute noch besteht und auf seiner Domäne, dem Nachrichtenaustausch, dem Internet immer noch um Lichtjahre voraus ist. Leider ist es der Blenderei mit dem Internet-Schnickschnack auf die Dauer nicht wirklich gewachsen, so dass es bedauerlicherweise in den letzten Jahren ein wenig zusammengeschmolzen ist: Das FIDO-Netz.
Für die Teilnahme dort braucht man spezielle Software, die aber kostenlos zu haben ist. Alle weiteren Informationen gibt es auf einer besonderen Seite.
Auch der priate Datenaustausch zwischen zwei Computern über die Telefonleitung ist möglich, ganz ohne Internet und E-Mail. Das ist in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten, aber für bestimmte Zwecke auch jetzt noch interessant.
Auch hierfür gibt es spezialisierte Programme, die teils als Freeware, teils als Shareware vertrieben werden. Auch Microsoft hat seinen verschiedenen Windows-Versionen solche Software beigelegt, für Windows 3.1x ist es "Terminal", für höhere Versionen hört es auf den Namen "Hyperterminal". Aber so hyper ist es gar nicht... alle beide Versionen sind Krücken, wenn man mal andere Programme dieser Art wie z.B. "TulliCom" gesehen hat, ein zwar nicht mehr ganz neues, aber sehr leistungsfähiges Programm, das exklusiv für die Besucher dieser Seite als Freeware verfügbar ist !