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  • Das Tor zur Welt: MODEM und COM-Anschluss

    Die COM-Schnittstelle -- Probleme und Lösungen

    Es gibt besonders bei sehr alten Rechnern (etwa vor 1994) von Zeit zu Zeit das Problem, dass man wohl ein Modem an die COM-Schnittstelle andocken kann, aber keinen Weg findet, ihm das Laufen beizubringen. Zwar klappt es mit der Verbindung zu einem anderen Rechner über die Telefonleitung, aber die Bytes tröpfeln durch den Draht, dass man glaubt, jedes einzelne von ihnen mit Handschlag begrüßen zu können.

    Dieses Verhalten ist ein Indiz dafür, dass möglicherweise der Schnittstellenbaustein zu langsam ist. Mit dem DOS-Diagnoseprogramm "MSD" bekommt man es heraus, der Schalter "COM-Ports" gibt die verlangte Auskunft. In den Detailangaben zu der verwendeten COM-Schnittstelle findet man das Entscheidende in der letzten Zeile mit dem Namen "UART Chip Used": hier muss "16550A" oder etwas Ähnliches stehen. 8250A oder gar 8250 ist dagegen nicht besonders gut für moderne Modems geeignet, wenn man nur ein 9600er hat, mag es gehen.

    Ist an keinem COM-Anschluss ein UART 16550A vorhanden, hat die Verwendung eines schnelleren externen Modems (weiterlesen, zu internen kommen wir später) keinen Sinn. Jedenfalls nicht ohne dass man vorher zum Einbau einer gesonderten Schnittstellenkarte schritte... die vermutlich kaum noch zu bekommen sein wird.

    Hat man den UART 16550A gefunden und bleibt die Verbindung trotzdem unerfreulich langsam, muss man den nächsten Stolperstein einkreisen. Vermutlich wird man (Nur bei Windows 3.1x) den Kommunikationstreiber comm.drv durch cybercom.drv ersetzen müssen. Es ist nicht damit getan, die Dateien im Windows\System-Verzeichnis gegeneinander auszutauschen, sondern man muss auch den Eintrag comm.drv=cybercom.drv im Abschnitt [boot] der system.ini anpassen.
    Bei WfW 3.11 ist das nicht erforderlich, aber man sollte möglicherweise serial.386 updaten.

    Wenn soweit alles klar ist, kommt die nächste Falle: Jetzt hat man das 57600er Modem aktiviert, aber immer noch gibt es Probleme mit der Geschwindigkeit. Das Modem verlangt eine interne Datenrate von 115200 bps. Aber man kann es drehen und wenden wie ein Toastbrot, in der Systemsteuerung lassen sich maximal 19200 bps (sog. interne Datenrate) für die Verbindung einstellen. Das sagt auch das Handbuch. Tja. Aber dort wird verschwiegen, dass man diese höheren Werte einfach in das Eingabefeld der Auswahlliste eintippen kann.

    Folgende Werte sind gültig:

    Modemgeschwindigkeitinterne DatenrateÜbertragungsrate (ca.)
    9.600 und 14.40019.2001,0 bzw. 1,5 kB/sec
    19.200 und 21.60038.4002,1 kB/sec
    28.80057.6003,2 kB/sec
    57.600115.2006,4 kB/sec
    ISDN115.2007,8 kB/sec

    Der Wert "Übertragungsrate" bezieht sich auf die optimale Übertragung komprimierter Daten, also z.B. beim Download eines ZIP-Archivs, einer JPG- oder GIF-Grafik. Wenn Textdaten übermittelt werden, so komprimiert das sendende Modem diese Daten zusätzlich, so dass dabei erheblich höhere Datenmengen pro Sekunde unterwegs sein können.

    Um die Verbindungsleistung zu optimieren, kann man weitere Parameter in den Abschnitt [386Enh] der system.ini eintragen (das "n" steht für die Nummer des COM-Anschlusses):
    1. COMnFIFO=1         ; schaltet den RX-FIFO ein
    2. COMnBuffer=1024    ; Puffergröße, Standard ist 128
    3. COMBoostTime=20     ; Timeout für COM-Interrupt unter DOS
    Zusätzlich bei WfW 3.11:
    4. COMnTxFIFO=1       ; schaltet den TX-FIFO ein (nur bei 16650A)
    5. COMnRxTrigger=4    ; Interrupt-Auslösung nach Empfang einer
                           ; bestimmten Datenmenge (nur bei 16650A)
    Erläuterungen:
    Zu 2.) Es kann nicht nur bei alten UARTs und langsamen Rechnern sinnvoll sein, mit anderen Werten zu experimentieren. Bis zu 32767 sind möglich, aber 1024 oder ein ganzzahliges Vielfaches davon sind vernünftige Werte.
    Zu 3.) So lange (in ms) hat eine VM (ein DOS-Fenster) Zeit, einen COM-Interrupt zu verarbeiten; Standard ist 2, Optimal sind (laut Angabe in der Zeitschrift WIN) eher 15-30. Dies betrifft nur DOS-DFÜ-Programme.
    Zu 4.) Einschaltung des FIFO für gesendete Daten

    Hat man das alles beherzigt und richtig verarbeitet, und es bleibt trotzdem bei insgesamt eher dürftigen Übertragungsraten, dann gibt es (leider) immer noch eine logische Erklärung dafür... die Telefonleitung !
    Die Leitungsqualität ist zwar heutzutage durchweg in Ordnung, aber es kann sein, dass man man in einer immer noch schlecht versorgten Gegend sitzt. Das lässt sich nur im Kontakt mit dem Netzbetreiber klären.
    Mögliche Einstreuungen, Rauschen, Verluste, Verzerrungen des Signals, schlechter Frequenzgang, Multiplexer... Die Telekom garantiert nur eine NF-Bandbreite von 300-3400 Hz und eine Dämpfung von minimal 3 und maximal 9 dB. Also dürfen wir auf die Geschwindigkeit eines 14.400er Modems vertrauen. Alles Andere ist Bonus.

    Das Modem

    Eigentlich müsste es der Modem heißen, denn es handelt sich um ein Kunstwort, das aus "Modulator" und "Demodulator" zusammengesetzt ist. Und da beide Teilwörter einen männlichen Genus haben, ist auch der Genus des zusammengesetzten Wortes eigentlich männlich. Aber da es äußerlich eben wie ein Gerät aussieht und das Wort "Gerät" sächlich ist, hat sich eben der sächliche Genus auch hier eingeschlichen. Was will man machen.  =:-\
    Ein solches Gerät gibt es in zwei Erscheinungsformen, die man auf den ersten Blick unterscheiden kann, nämlich als interne und externe Modelle. Die internen sind nichts weiter als Einsteckkarten für einen der freien ISA-Schächte des PC und die externen werden per Kabel an die COM-Schnittstelle angeschlossen.

    Das interne Modem

    Diese sind zunächst mal billiger in der Anschaffung, weil man das nicht vorhandene Gehäuse nicht mitbezahlen muss ;-). Außerdem gibt es das Problem mit dem UART nicht, weil der immer auf der Karte mit drauf ist.
    Ihr einziger technisch bedingter Nachteil besteht m.E. darin, dass man sie nicht getrennt vom PC ausschalten kann, wenn mal eine Verbindung hängen bleibt oder die eingebaute Wählsperre sich (nach einer bestimmten Anzahl von Besetzterkennungen) bemerkbar macht.
    Aber: Was heute an Modem-Einbaukarten auf dem Markt ist, kann unter Windows 3.1x mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht verwendet werden. Es kann sich z.B. um ungeeignete Sparvarianten handeln. Ein Teil der internen Modems ist nämlich für die Verwendung mit Windows 4.x und höher "optimiert". Das sind die sog. Softmodems oder Winmodems (oft erkennbar an "HSP" was für "Host Signal Processing" steht), eine Technik, die dem Computer einen Teil der Arbeit überlässt.
    Solche Modems laufen nur auf hinreichend schnellen Computern mit voller Geschwindigkeit, und vor allem brauchen sie eben die 32Bit-Umgebung für die umfangreiche Software, die zu ihrem Betrieb nötig ist, weil sie die eingesparte Hardware ersetzen muss.
    Ebenso ungeeignet sind Modems, die als PCI-Steckkarten gestaltet sind.

    Das externe Modem

    Hier müsste eigentlich alles problemlos und zur allgemeinen Freude funktionieren... wenn sich die Modemhersteller an die festgelegten Standards hielten, wäre das auch so. Und auch dann, wenn sie ihre Handbücher mit hinreichenden Angaben über den verfügbaren Befehlssatz und dessen Standardparameter versähen... aber das tun sie nicht. Es kann daher sein, dass ein solches Modem keinen Pieps von sich gibt. Oder zumindest nicht mehr als das. Meistens aber - zumindest bei älteren Modellen - kommt man mit den externen rasch zurecht.
    Das liegt daran, dass das Modem nicht wissen muss, welches Betriebssystem auf dem Computer (ich sage absichtlich nicht PC, denn auch Mac, Amiga, PCW kommen hier genauso zum Zuge) läuft und es dem Computer egal sein kann, welches Modem dranhängt.
    Er schickt einfach den passenden Befehl an das Modem, und das Modem führt ihn aus. So simpel ist das.

    ISDN

    Auch hier gibt es Einbaukarten und externe Geräte, die sog. Terminaladapter. Dass es die letzteren gibt, ist eine feine Sache. Denn was bereits bei dem Modems erläutert wurde, gilt auch hier: Die Einbaukarten jüngerer Generation sind unter Windows 3.1 schlechthin nicht brauchbar. Aber ein Terminaladapter (wie mein Zyxel Elite 2864 ID) verhält sich genau wie ein externes Modem. Er bekommt seine "AT-Befehle" und macht dann genau das, was er soll. Insofern sind diese unter Windows 3.1 echte "Plug & Play"-Geräte. Die Klimmzüge, die hierbei unter Windows 4.x und höher zu absolvieren sind (nämlich Hardwareerkennung und Treiberinstallation) fallen einfach ersatzlos weg. Punkt.

    ADSL /TDSL

    ADSL ... da gab's doch mal den Spruch: Alles dauert sehr lange ... bezog sich wohl auf die Bereitstellung des Anschlusses, bis endlich alles klappt. Die Geschwindigkeit der Daten-Übertragung kann damit eigentlich nicht gemeint sein, denn die ist in der Tat ganz erfreulich.
    Ich muss allerdings gestehen, dass ich selbst damit keine Erfahrungen habe ... wozu auch. Mehr als eine, maximal zwei Stunden im Monat Internetzeit brauch ich nicht. Und da komm ich mit Call-by-Call auf der ISDN-Leitung prima zurecht.

    Aber wer will, kann auch per ADSL auf Datenreise gehen, allerdings will das preislich gut durchgerechtnet sein.
    Es wird dafür neben einer geeigneten Netzwerkkarte auch ein DSL-Router benötigt (z.B. das Exemplar der Telekom, das sonst als Zyxel Prestige 310 firmiert, oder ein separater Linux-Rechner mit fli4l). Will man mit mehr als einem Rechner online gehen, wird man um einen Hub oder Switch nicht herumkommen (sofern dieser nicht schon in den Router integriert ist).
    Kein billiges Vergnügen, aber möglich. Stephan Großklaß berichtet, dass es bei ihm alles bestens läuft - z.B. auf einem 486er mit WfW 3.11.
    Na also. ;-))

    Gemeinsames

    Wer nur die analoge Telefonleitung hat oder ein analoges Modem am a/b-Wandler des ISDN-Anschlusses betreibt, befindet sich immer noch in guter Gesellschaft der Mehrheit der Nutzer. Und auch wer direkt mit ISDN-Modem (Terminaladapter) oder mit einer eingebauten ISDN-Karte auf Datenreise geht, hat dem Analogfreund gegenüber im Alltagsbetrieb keine großen Vorteile. Die etwas höhere Datenrate macht sich praktisch nicht entscheidend bemerkbar. Allerdings kann der ISDN-Nutzer durch Kanalbündelung seine Geschwindigkeit verdoppeln... allerdings auch zu doppelter Gebühr. Bei großen Downloads ist dieser Zeitvorteil aber nicht zu unterschätzen.

    Für den DFÜ-Betrieb mit einem einzigen "Gegenüber", also zum Beispiel für FIDO-Netz-Teilnehmer reicht das 28.800er Modem (kurz: 28k8) allemal aus. Im Allgemeinen ist der Postverkehr nach spätestens einer Minute erledigt. Denn im FIDO-Netz wird ja nicht jede Nachricht als einzelne Datei gesendet, sondern das Postpaket ist geZIPt und wird erst offline auseinandergedröselt.

    Auch im Internet kommt man mit einem 28k8 Modem prima zurecht... das gilt jedenfalls für den E-Mail-Verkehr und wäre auch im Übrigen so, wenn die Webdesigner sich auf das Wesentliche konzentrierten und ihre Selbstdarstellung nicht mit allerlei Schnickschack garnierten, der nichts weiter ist als Zeit- und Bandbreiten-Verschwendung.
    Natürlich ist es schöner, wenn man ein 57k6-Modem oder einen ISDN-Anschluss nutzen kann...
    ... und der "echte Datenjunkie" soll sein DSL genießen.

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