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  • Windows 3.1x ... ein instabiles System ? (Fortsetzung)

    Eine wesentliche Voraussetzung für Unwägbarkeiten stellt das als nicht optimal geltende Modell der Verwaltung des Arbeitsspeichers von Windows 3.1x dar, da sind sich die sog. "Fachkreise" einig.

    Die sorgfältige Auswahl bewährter Software kann Stolpersteine beseitigen helfen. Wird man trotz alledem von häufigen Abstürzen geplagt, wird es Zeit, ihnen mal auf den Grund zu gehen. Vielleicht findet sich ja in einem der nachfolgenden Hinweise ein Weg zur Abhilfe ?

  • Abstürze bekämpfen

    Das leidige Ressourcen-Problem
    Wer schon etwas länger mit Windows 3.1x arbeitet, kennt sicherlich das Problem mit den nicht gerade großzügig dimensionierten Speicherbereichen für die sog. Systemressourcen, jenen Bereichen des Speicher also, die für die Verwaltung von Programmhandles und Bildschirmelementen zuständig sind. Die Systemressourcen werden unter Windows 3.1x recht oft knapp, weil sie von vornherein nicht gerade im Übermaß vorhanden sind (zwei 64-KB-Blöcke müssen für die User-Ressourcen ausreichen, und für die GDI-Ressourcen muss gar ein einziger Block genügen), weshalb diese am ehesten knapp werden. (Bei der Entwicklung von Windows 95 hat man sich der Knappheit angenommen und von vornherein 640 KB für die 16-Bit-Ressourcen eingeplant.)
    Startet man ein paar ressourcenhungrige Programme (wie etwa die T-Online-Software und den Netscape Communicator oder auch den Internet-Explorer 5.0 samt Outlook-Express), kann das bis zum Absturz führen, wenn man nicht aufpasst.
    Wieviel Prozent der Systemressourcen gerade frei sind, kann man sich etwa im Programm-Manager unter Hilfe => Info anzeigen lassen, oder bei Calmira, indem man mit der Maus über die Uhr in der Taskleiste fährt (dort werden GDI- und User-Ressourcen sogar getrennt aufgelistet). Auch der Advanced Task Manager kann die Ressourcen anzeigen. Um nun letztendlich noch mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, kann man noch das Utility SAW bemühen.
    Ein paar Tips zu den Ressourcen:
    Öfters mal auf die Ressourcen kucken - das geht bei Calmira am einfachsten.
    Nach dem Start von Windows darf man sich - je nach Systemausstattung - glücklich schätzen, wenn man mindestens etwa 70% frei hat. Das wird freilich nicht immer zu erreichen sein. (Bei schmal ausgestatteten Systemen kommt man aber auch schon mal über 80%.)
    Belastungen für die Ressourcen liegen in erster Linie in
    ·  der Anzahl der installierten TrueType-Schriften,
    ·  der Anzahl der Desktop-Symbole (bei Calmira),
    ·  der Anzahl der Startmenü-Einträge (bei Calmira),
    ·  der Anzahl der laufenden Prozesse,
    ·  der Farbtiefe.
    Sind die Ressourcen knapp, sollte man diese Punkte zu beeinflussen versuchen. Also zur Entlastung der GDI-Ressourcen z.B. nur die Schriften installieren, die man tatsächlich braucht, und unnötige löschen. Die Dateien können aber (falls man dort genug Platz hat) auf der Festplatte bleiben, falls man sie möglicherweise doch mal benötigen sollte. (Es gibt Tools zum Verwalten der Schriften in Gruppen... man kann ganz einfach auch verschiedene Kopien der win.ini erstellen, die man beim Start auswählt.)
    Im Interesse der GDI-Ressourcen könnte man auch von Truecolor-Videomodi absehen (das sind die mit 24 oder gar 32 Bit Farbtiefe), da hier die GDI-Ressourcen schnell knapp werden. Ob 15 oder 16 Bit auch für die höheren Weihen in der Bildbearbeitung ausreichen, mag jeder für sich entscheiden. Übrigens: Es kann bei 15 oder 24 Bit Farbtiefe Inkompatibilitäten mit dem Calmira-Startmenü geben. Muss aber nicht. Mit 4, 8, 16 und 32 Bit sollte es immer klarkommen.
    Bei relativ wenig User-Ressourcen im Hintergrund mitlaufende Programme beenden oder bei Calmira das Startmenü abspecken. Als Ersatz hierfür bieten sich benannte Ordner mit Aliasen an, so dass z.B. das Startmenü nur den Eintrag "Bildbearbeitung" enthält und sich damit ein Verzeichnisfenster öffnen lässt, das dann Verknüpfungen zu den verschiednen Bildbearbeitungsprogrammen anbietet.
    "Ressourcen-Fresser" - das sind Programme, die nach ihrer Beendigung nicht wieder alle Ressourcen zurückgeben - möglichst nicht so oft starten und wieder beenden, sondern lieber laufen lassen und minimieren, falls man sie doch noch mal braucht. Und ein Beispiel für T-Online-Benutzer: Einfach mal die Funktions- und Angebotsleiste abschalten. Das bringt nämlich satte 9% der GDI-Ressourcen - in Zeiten ressourcenfressender Browser der 4er- oder gar 5er-Generation ein willkommenes Polster !
    Sinken die Ressourcen während der Arbeit dauerhaft auf weniger als 30%, wird man zu gegebener Zeit den Neustart von Windows ins Auge fassen müssen.
    btw... Die win.ini
    Es ist von Microsoft dokumentiert, dass die win.ini nicht größer als 64 kB werden darf. Je nach den Verhältnissen des jeweiligen Systems bedeutet das vor Allem, das man die Zahl der installierten TrueType-Schriften im Auge behalten sollte, Microsoft gibt an, dass ca. 500 bis max. 1000 Schriften verfügbar gehalten werden können. Das bezieht sich aber nur auf die Kapazität der win.ini, was die Ressourcen angeht, sollte man diese Zahl keinesfalls ausreizen.
    Der Stack-Speicher
    Na, sind denn die STACKS richtig bemessen ? Hier unterscheiden sich die verschiedenen Versionen von Windows 3.1x geringfügig:
    Anderslautenden Empfehlungen zum Trotz stimme ich der Ansicht nicht zu, dass im normalen Windows 3.1 / 3.11 die Einstellung STACKS=0,0 in der config.sys ausreiche, auch wenn der Standardwert STACKS=9,256 ist. Windows für Workgroups mit installiertem Netzwerk braucht jedenfalls mehr Stacks; hier wird oftmals die Einstellung STACKS=12,512 empfohlen.
    Mein Tip zu diesem Thema: Keine Experimente ! Stets wenigstens STACKS=16,512 einstellen, dann muss man hierüber vermutlich niemals mehr nachdenken.... oder vielleicht ist es auch besser mit STACKS=36,256 ? Hat mir jedenfalls grad geholfen, mit der Textverarbeitung ein Dokument von ca. 140 Seiten mit 180 Bildern und diversen Tabellen zu hantieren.
    Nicht genügend Arbeitsspeicher ? - Von wegen !
    Eine solche Fehlermeldung kann in drei verschiedenen Fällen auftreten und hat natürlich jedesmal eine andere Bedeutung, die man aber nicht mitgeteilt bekommt:
    ·  es sind nicht genügend Ressourcen frei (siehe oben),
    ·  es steht nicht genügend Speicher unterhalb 1 MB zur Verfügung (sehr wahrscheinlich),
    · oder es ist wirklich nicht genügend RAM frei (eher unwahrscheinlich).
    Der zweite der genannten Fälle hat folgenden Hintergrund: Aus Kompatibilitätsgründen belegt Windows Speicher unterhalb von 1 MB, z.B. um mit Geräten zu kommunizieren, die über Real-Mode-Treiber angesteuert werden (Festplatte ohne FastDisk, CD-ROM, Diskettenlaufwerk... - eine ganze Menge also). Außerdem wird zum Start eines jeden Programms etwas konventioneller Speicher benötigt, und es werden auch Teile von Programmen und DLLs dort abgelegt, allen voran der Grafiktreiber, Module der Soundkartentreiber, das Verbindungsstück zu "Win32S" und im Bedarfsfall fette Portionen der Module für die Internet-Verbindung. Wenn die Programmierer nicht so ordentlich waren sich an die MS-Empfehlung zu halten, diesen Bereich nicht im Übermaß auszureizen, kann es passieren, dass es dort ziemlich eng wird. Bei den heutigen speicher- und ressourcenfressenden Riesenprogrammen kann das leider sehr schnell geschehen.
    Abhilfe kann hier möglicherweise mit dem Treiber syshook.drv oder (wenn's ganz eng wird) mit einem Programm wie 1 MB fort oder auch fix1mb.exe schaffen, das den DOS-Speicher vor übermäßiger Belegung schützen soll.
    Weiteres zu diesem Thema ...
    Pflege des Arbeitsspeichers
    Aufgrund der Konstruktion der Arbeitsspeicher-Verwaltung kann es vorkommen, dass der Arbeitsspeicher "fragmentiert" werden kann. Nach dem Beenden speicherhungriger Prozesse kann es daher hilfreich sein, den Arbeitsspeicher aufzuräumen. Das einzige mir bekannte Tool, das dies kann, ist der XTaskman von Silvio Iaccarino.
    Abstürze abfangen - gibts ein Allheilmittel ?
    Im Grunde ist es ja kurios: Windows meldet zuverlässig, welches Programm an welcher Stelle eine "Schutzverletzung" angerichtet hat ... aber einen Moment vorher anhalten und den Fehler vermeiden, das geht nicht... na schön. Jedenfalls nicht mit Bordmitteln.
    Es gibt aber ein Programm, das dies angeblich fertigbringt: der "FA-Guard". Beim Systemstart an passender Stelle (Vorschlag: Autostart-Gruppe / Startmenü) in minimierter Form geladen, soll er über schädliche Aktivitäten wachen.
    Eine bekannte Inkompatibilität: "WISO Sparbuch 2000" - führt zum Windows-Totalcrash. Aber das ist ja inzwischen eh nicht mehr aktuell. Es sollen bisher mit keinem anderen Programm Probleme berichtet worden sein. Frage: darf man verwundert sein - Pfusch bei WISO ? Oder hat sich nur niemand getraut, darüber zu berichten ?
    Ich trau mich mal. Es scheint auch Konflikte mit dem Internet-Explorer 5.0 und Outlook Express zu geben. Ich kann's nicht beweisen, aber signifikant erschien es mir schon, dass sich Windows während der Aktivität des FA-Guard mehrfach im Augenblick des Schließens des letzten IE- oder OE-Fensters unrühmlich verabschiedet hat.
    Es helfen manchmal aber auch die Hausmittelchen: Die Version 1.00b von Dr. Watson entdeckt zwar beim Schließen von Outlook Express oder IE 5.0 regelmäßig einen 'Null Selector (Read)'-Fehler, aber die Systemstabilität wird nicht mehr beeinträchtigt. Also sitzt Dr. Watson jetzt im Autostart.
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